05. Juni 2018, 22:07 Uhr

Wald-Kita in Langgöns angedacht

05. Juni 2018, 22:07 Uhr
Waldkitas werden oft als »Kindergärten ohne Türen und Wände« bezeichnet. Die Kinder frühstücken, basteln, singen – und alles spielt sich im Freien ab. (Symbolfoto: dpa)

Spielen, Toben und Lernen im Freien: In den vergangenen Jahren entstehen im Kreis Gießen immer mehr Waldkindergärten, in denen Mädchen und Jungen zu jeder Jahreszeit spielerisch die Natur erleben. Nun könnte auch in Langgöns eine solche Einrichtung ins Leben gerufen werden. Die Koalition aus CDU, FDP und Grünen hat am Montag im Sozialausschuss der Gemeinde einen entsprechenden Prüfantrag eingereicht.

Als Ort schlagen sie in einer ersten Idee den Waldrand am Sportplatz in Niederkleen vor. »Der Platz wird nur noch an Pfingsten genutzt«, erklärte der CDU-Bürgermeisterkandidat Marius Reusch. Es gebe einen Parkplatz und eine Hütte, die nach einer Sanierung den Kindern der Wald-Kita beispielsweise bei schwerem Regen als Zufluchtsort zur Verfügung stehen könnte. Träger solle die Gemeinde sein.

Idee stößt auf Skepsis

Bedenken gegen den vorgeschlagenen Ort äußerte Manfred Weber vom Forstamt. Das Gelände sei unwegsam und zudem munitionsbelastet. Die Idee eines Waldkindergartens stößt zudem auf Skepsis. »Ich habe noch nicht gehört, dass es unter Langgönser Familien den Wunsch danach gibt«, sagte Elternvertreter Daniel Bopf. »Ich bräuchte eine Wald-Kita nicht«, sagte er. Lieber solle man den bestehenden Kitas je eine Betreuerin mehr zuordnen. Markus Beppler von den Freien Wählern hielt ablehnend fest: »Wir brauchen keinen Elite-Kindergarten.«

Bürgermeister Horst Röhrig erklärte, man könne doch in den bestehenden Kindergärten die Erlebnispädagogik in der Natur stärken. Reusch entgegnete: »Wenn schon, dann richtig. Wir wollen eine Wald-Kita.« Einig waren sich die Fraktionen darin, Eltern in Langgöns nach dem Bedarf einer solchen Einrichtung zu befragen.

Förster Manfred Weber erklärte, das Anliegen des Waldkindergartens zu unterstützen. Die Lage am Waldrand sei indes wichtig. »Es gab in anderen Einrichtungen Situationen, dass die Kinder nach einem Sturm im Wald eingeschlossen waren.« Ungünstig seien außerdem Eichen in der Nähe – aufgrund des Eichenprozessionsspinners.

Gabriele Arnold vom Landkreis betonte, eine Wald-Kita ersetze nicht die Plätze für die Bedarfsplanung der Kindergärten, sondern sei eher als Kür zu verstehen. »Langgöns ist derzeit in der glücklichen Lage, nicht unbedingt Plätze schaffen zu müssen.«

Thema war am Montag im Langgönser Sozialausschuss auch die Cleeberger Kita, die in einem knapp 70 Jahre alten Gebäude beherbergt ist. Reparaturen gab es immer mal wieder an einzelnen Stellen, aber noch nie eine grundhafte Sanierung. Martha Krol, Leiterin sämtlicher Kitas in Langgöns, wies auf veraltete Heizkörper hin. »Im Winter hat es hier 15 Grad«, sagte sie. Außerdem seien Lampen zu erneuern und Dämmkörper zum Lärmschutz einzubauen. »Wir brauchen endlich auch einen Personalraum«, sagte sie. Die Fraktionsvertreter hielten bei einem Rundgang außerdem fest, dass die Spielfläche am unteren Bereich der Kita aufgewertet werden müsse, vor allem für Kinder unter drei Jahren. »Wenn die Kinder hier unten spielen und sie müssen aufs Klo, müssen wir durch die komplette Kita zur Toilette laufen«, betonte Krol. »Oft pinkeln sie sich ein.«

Heidi Tonhäuser, Ortsvorsteherin in Cleeberg, schlägt derweil vor, einen Teil des Kindergartens der Gemeinde in Form eines öffentlichen Spielplatzes zur Verfügung zu stellen. Bürgermeister Röhrig regte eine Erneuerung der Heizungsanlage an. Die Fraktionen und die Kita-Leitung wollen in den nächsten Wochen eine Liste an Prioritäten und konkreten Ideen für die Reparaturen erstellen.

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