07. August 2018, 01:00 Uhr

Von Handball und Halleneinsturz

07. August 2018, 01:00 Uhr
Oben: Ein Paar in Hüttenberger Tracht. – Unten: Helga Zörb war die erste Frau im Hüttenberger Parlament, Hans Schmidt Bürgermeister der neuen Gemeinde.

50 Jahre ist es her, dass Hochelheim und Hörnsheim zueinander Ja sagten: Mit einem großen Festwochenende wurde der Zusammenschluss zu Hüttenberg gefeiert. Da in 50 Jahren so einiges geschieht, stand der Samstagabend unter dem Motto »Abend der Erinnerung«.

Zunächst gab es in einer Talkrunde einen historischen Rückblick mit den beiden Zeitzeugen Hans Schmidt und Helga Zörb. Schmidt war der erste Bürgermeister der Gemeinde Hüttenberg, Zörb die erste Frau im Hüttenberger Parlament. Die beiden blickten auf verschiedene politische Ereignisse der letzten 50 Jahre zurück, so zum Beispiel die Probleme mit der Wasserversorgung. Diese waren einmal so groß, dass man Feuerwehrschläuche von Linden nach Hüttenberg verlegte, um den Ort versorgen zu können. Nach diesem Erlebnis wurde Hüttenberg dann an die Mittelhessischen Wasserwerke angeschlossen, woher der Ort auch bis heute sein Wasser bezieht.

Als größtes Projekt seiner Amtszeit ist Schmidt der Bau des Bürgerhauses und der Sporthalle in Erinnerung geblieben. Doch mit dem Gedanken an diese Projekte verbinden beide Zeitzeugen auch einen Rückschlag in der Geschichte Hüttenbergs: Nämlich den Einsturz des Bürgerhauses 1981. Aufgrund eines Baufehlers konnte die Konstruktion die Decke nicht tragen. Das Unglück geschah nur wenige Stunden bevor die Hüttenberger Bank ihre Jahreshauptversammlung in dem Saal abhalten wollte. Glücklicherweise war jedoch zu dem Zeitpunkt des Einsturzes noch niemand in dem Gebäude, sodass Hüttenberg sich lediglich mit dem finanziellen Ärger konfrontiert sah. Letztlich trug auch dieses Unglück dazu bei, dass die beiden, ursprünglich rivalisierenden Orte, weiter zusammenwuchsen.

 

Ort um 59 Prozent gewachsen

 

Zum Ende der Talkrunde gab der ehemalige Bürgermeister noch bekannt, dass die gemeinsame Bevölkerung der beiden Orte seit dem Zusammenschluss um fast 59 Prozent gewachsen ist, von 2500 auf 3974 Einwohner.

Neben der Talkrunde mit den Zeitzeugen gab es noch eine Tanzvorführung der Landfrauen in historischer Hüttenberger Tracht, mit Erklärung der verschiedenen Trachten. Auch das Hüttenberg-Lied wurde präsentiert. Ein besonderer Moment war auch, als die beiden Gesangvereine Eintracht und Frohsinn zunächst jeweils zwei eigene Lieder präsentierten, bevor sie sich zu einem großen Chor vereinten. Das kam wahrlich noch nicht allzu oft vor.

Zum Abschluss des Abends teilte Herbert Ohly in seiner »Nachlese« noch ein paar persönliche Erlebnisse aus den letzten 50 Jahren mit dem Publikum.

Der Sonntag bei »50 Jahre Hüttenberg« stand ganz im Zeichen der Familie. Rund um das Bürgerhaus, die Sporthalle und das Hallenbad gab es Stände mit Essen, Trinken und Aktionen. Für die Kleinen gab es Mitmach-Stände, wie Gummitwist hüpfen, Malen im Kinderzelt, Kinderschminken und eine Fotobox inklusive Verkleidung, gestiftet vom Hüttenberger Karnevalsverein, sowie eine Hüpfburg. Man konnte alte Traktoren und Feuerwehrautos bestaunen und bei einer Planwagenfahrt mitmachen.

Ab 12 Uhr wurde ein historisches Handballspiel in der Sporthalle ausgetragen. Dabei standen sich Hörnsheim und Hochelheim, gegenüber – also die »Ur-Gemeinden«. In traditionellen Trikots wurde gespielt. Außerdem traten vor der Halle der Handglockenchor Hüttenberg, der »Desperados« Square Dance Club und weitere heimische Gruppen.

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