03. Oktober 2018, 19:11 Uhr

Vielversprechender Verkehrsversuch

03. Oktober 2018, 19:11 Uhr
Bislang sind die Parkplätze in der Hauptstraße mit Klebemarkierungen, wie man sie aus Autobahnbaustellen kennt, gekennzeichnet. (Foto: pad)

Vor 150 Jahren hätten Straßenplaner wohl nie daran gedacht, dass einmal pro Tag zehntausende Fahrzeuge selbst durch kleine Orte rollen würden. Und auch vor 70 Jahren hat wohl kaum jemand damit gerechnet, dass viele Haushalte gleich mehrere Autos besitzen würden. Daher sind ältere Straßen oft zu schmal, als dass sie gleichzeitig genügend Parkplätze haben und als Hauptverkehrsader dienen können.

Auch in der Hauptstraße in Leihgestern gibt es dieses Problem. Hier versucht man seit einigen Wochen mit einem Verkehrsversuch, eine Lösung zu finden. Bis jetzt läuft es vielversprechend.

Konkret geht es um den Bereich zwischen der Ringstraße und der Johannes-Heß-Straße. Bislang standen hier viele Fahrzeuge zur Hälfte auf dem Gehweg, damit die Fahrbahn für den Verkehr noch breit genug bleibt. Klingt zwar rücksichtsvoll, ist aber laut Straßenverkehrsordnung nicht erlaubt.

In Absprache mit Hessen Mobil, der zuständigen Behörde, wurde das Gehwegparken in dem Verkehrsversuch legalisiert: Dort, wo noch genügend Platz auf dem Gehweg übrig bleibt, wurden zunächst provisorisch Stellflächen markiert. Genug Platz bedeutet, dass mindestens 1,5 Meter Abstand zwischen Hauswand und Parkplatz liegen und dabei dennoch die Fahrbahn fünf Meter breit bleibt. Außerhalb der markierten Flächen ist das Parken hingegen strikt verboten, damit der Verkehr weiterhin flüssig fließen kann.

Für die Anwohner war dies zunächst eine Umstellung. Denn einige stellten ihre Autos auch vor den eigenen Hoftoren ab. Das war nun nicht mehr möglich. Hätte die Stadt dort einen offiziellen Parkplatz markiert, hätte sich dort jeder hinstellen können, und dann wäre das Tor blockiert gewesen.

Bis jetzt läuft der Verkehrsversuch gut. »Ich habe noch keine Beschwerden gehört«, sagte Bürgermeister Jörg König auf Anfrage dieser Zeitung. Die Anwohner hätten sich mit der neuen Regelung weitestgehend arrangiert. Nur Fremde würden noch ab und an außerhalb der Markierungen ihre Fahrzeuge abstellen. Damit der Versuch funktioniere, kontrolliere das Ordnungsamt regelmäßig, dass ordentlich geparkt werde.

Um zu überprüfen, ob der Eindruck der Verwaltung mit jener der Anwohner deckungsgleich ist und festzustellen, ob es noch Stellen gibt, an denen die Parkplätze verlegt werden müssen oder es klemmt, ist eine Anliegerversammlung geplant, sagte König. Der Termin werde rechtzeitig bekanntgegeben.

Wenn dabei bekannt gewordene Mängel beseitigt sind und Hessen Mobil und Polizeibehörde ihre Zustimmung erteilen, könnte aus dem Versuch ein alltagstaugliches Modell werden. Dann würden die Klebemarkierungen durch echte Farbe ersetzt.

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