13. Oktober 2017, 19:37 Uhr

Viel Arbeit für einen Kartoffelchip

13. Oktober 2017, 19:37 Uhr

Die Kartoffel zählt zweifellos zu den zentralen Lebensmitteln des Alltags. Die Vielfalt der Gerichte mag zwar aufgrund von Fastfood zurückgegangen sein – doch selbst diese kommt ohne Chips und Pommes nicht aus. Dass sich am Beispiel der Kartoffel heutige und zukünftige Probleme der Ernährung und deren Sicherstellung erkennen lassen, hatten die Pfadfinder aus Beuern nicht erwartet, als sie sich entschlossen, einen kleinen Kartoffelacker für die Lagerküche am Beuerner Badeplatz anzulegen. Dabei griffen sie bewusst zu alten Kartoffelsorten.

Mit Bamberger Hörnchen, Rode Erstling, Linda und Violetta wurden Knollen vergraben, die in mehrfacher Hinsicht für die Umwelt von Bedeutung sind. Die Pfadfinder lernten, dass heutige Kartoffelsorten entsprechend den Kundenerwartungen und den Anforderungen ihrer industriellen Verarbeitung gezüchtet werden. Die ehemalige Geschmacksvielfalt wurde weitgehend auf einen Standard-Kartoffelgeschmack reduziert. Unter Umständen könnte das eines Tages dazu führen, dass dem Klimawandel trotzende Sorten verloren gegangen sind.

Mit ihrem Kartoffelprojekt wollten die Pfadfinder einen Beitrag zum Erhalt der Sortenvielfalt leisten. Ein leckerer Beitrag übrigens, wie die jungen Menschen später feststellten. Der Beitrag ist übrigens nicht nur symbolisch: Vielfach wurde ein positiver Effekt solcher kleiner Inseln auf die gesamte Anbaufläche Deutschlands festgestellt. Denn sie können ein wichtiger Beitrag zur Vermeidung der rasanten Ausbreitung von Krankheiten und Schädlingen sein.

Ein weiteres Ziel war, den Kindern die Entstehung von Lebensmitteln näherzubringen. Wenn Obst und Gemüse nahezu ganzjährig im Supermarkt verfügbar ist, wissen Kinder oft nicht, wann diese Erntezeit haben und welche Arbeit hinter ihrer Herstellung steckt. Dass die eigene Herstellung eines Lebensmittels nicht nur größerer Anstrengung bedarf, sondern zu einem schmackhaften Ertrag führen kann, stellten die Pfadfinder auf ihrem Herbstlager fest: Für 100 Besucher konnte eine schmackhafte Kartoffelsuppe gekocht werden. Bereits bei der Ernte hatte sich die Gruppe zudem Schwenkkartoffeln mit Salbei gegönnt. Die restlichen Kartoffeln wurden eingelagert und werden im Winterhalbjahr die Küche bei Fahrten und Lagern bereichern – vielleicht auch als selbst gemachte Chips am Lagerfeuer.

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