15. November 2018, 21:38 Uhr

»Traube« unterm Hammer

Versteigerung scheitert auch im zweiten Anlauf

15. November 2018, 21:38 Uhr

Laubach (tb). Aufs Neue stand am Amtsgericht Gießen die »Traube« zur Versteigerung, doch wie beim ersten Termin im September kam sie nicht unter den Hammer. Offensichtlich war das Gebot des einzigen Interessenten mit 50 000 Euro viel zu niedrig.

Bei der »Traube« handelt es sich um eines der traditionsreichsten Gasthäuser Laubachs. Das Anwesen umfasst neben der Wirtschaft einen Saal, dereinst das Kino der Stadt, sowie ein Gästehaus. Der »Flächengehalt« summiert sich auf rund 1700 Quadratmeter. Als Verkehrswert hat der Gutachter 385 000 Euro ermittelt.

Beim ersten Termin hatte die Volksbank Mittelhessen als Gläubigerin das Gebot zweier privater Interessenten in Höhe von 270 000 Euro abgelehnt. Am Donnerstag nun tauchte nur ein Interessent im Saal 205 des Amtsgerichts auf.

 

Stadt selbst zeigte Interesse

 

Dessen Gebot von 50 000 Euro, so steht zu vermuten, diente wohl nur der »Zerstörung« der 5/10-Grenze. Somit ist, rein rechtlich gesehen, beim nächsten Termin ein Zuschlag unterhalb dieser Grenze möglich. Wann der neue Termin sein wird, ließ das Gericht offen, Anfang des nächstens Jahres werde es sicher werden.

Die Bank hat unterdessen ihre Forderungen verkauft. Als Gläubigerin trat am Donnerstag die Verwertungsgesellschaft »EOS Immobilienworkout« auf. Die reklamiert für sich, »Experten im internationalen Forderungsmanagement« in ihren Reihen zu haben. Slogan auf der Website: »Mit uns bleibt keine Rechnung offen.«

Erinnert sei noch daran, dass die Stadt Laubach zunächst selbst Interesse an dem Objekt gezeigt hatte: Im September beauftragte das Stadtparlament in nicht-öffentlicher Sitzung den Magistrat, mit der Gläubigerin zu verhandeln. Eingebunden werden sollte zudem die Hessische Landgesellschaft. Anlass waren Befürchtungen beziehungsweise Erfahrungen auch in Laubach, wonach solche Objekte zunehmend auf dem flachen Land zu einem »sozialen Brennpunkt« werden können. Dies nicht zuletzt als Folge steigender Mieten in Gießen. Der Beschluss wurde seinerzeit mit breiter Mehrheit, bei Neinstimmen von CDU und BfL, gefasst. Folgenlos blieb er dennoch: Die Preisvorstellungen der Gläubigerin und der Stadt lagen meilenweit auseinander.

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