29. November 2017, 11:09 Uhr

Gewaltverbrechen

+++ Update: Sechs Vermummte zünden Haus an, Mann stirbt, Frau wird misshandelt

Unfassbare Tat in Laubach: Eine Gruppe Vermummter soll ein Paar abgepasst, ausgeraubt und in einem in Brand gesteckten Haus zurückgelassen haben. Der Mann kam ums Leben. Viele Fragen sind offen.
29. November 2017, 11:09 Uhr

+++ Update: 57-Jähriger bereits vor dem Feuer getötet

In der Nacht zum Mittwoch brach gegen 1.20 Uhr in einem Wohnhaus in Gonterskirchen ein Feuer aus. Dabei wurde eine 59-jährige Frau verletzt, ein 57-Jähriger konnte nur noch tot aus dem Gebäude geborgen werden. Die Polizei geht von einem Verbrechen aus. Wie der Mann zu Tode kam, ist aktuell noch unklar. Der Leichnam wurde gefesselt im Bett aufgefunden. Laut Feuerwehr war der Leichnam völlig verbrannt, so dass zunächst nicht sicher festgestellt werden konnte, inwiefern er bereits vor Ausbruch des Brandes misshandelt oder gar getötet worden war.

Feuerwehrleute vor dem Haus in Gonterskirchen. (Foto: con)
Feuerwehrleute vor dem Haus in Gonterskirchen. (Foto: con)

Ersten Ermittlungen zu Folge wurden die 59-Jährige und ihr 57-jähriger Lebensgefährte bereits am Abend zuvor (gegen 21.30 Uhr) vor dem Wohnhaus, das sich in einem Wohngebiet und in Ortsrandlage von Gonterskirchen befindet, von mehreren Unbekannten bei ihrer Ankunft abgepasst.

Laut Nachbarn war das Gebäude aktuell nicht vermietet und stand leer. Um wen es sich bei dem getöteten Mann und die verletzte Frau handelt, ist aktuell unklar.

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Die männlichen Täter überwältigten beide Personen. Anschließend sollen sie Bargeld und Wertsachen gefordert und das Wohnhaus durchsucht haben. "Die Frau wurde zusammengeschlagen. Die Männer forderten Geld und Wertgegenstände", zitiert die Bild Polizeisprecher Jörg Reinemer. Offenbar kurz nach der Flucht der Täter - gegen 1.20 Uhr - konnte die Frau auf sich aufmerksam machen. Sie konnte nur durch die Hilfe von Nachbarn über ein ebenerdiges Fenster aus dem brennenden Haus gerettet werden. Zu diesem Zeitpunkt brannte es bereits im Wohnhaus. Anwohner hatten bereits zuvor Schreie gehört, diese aber für Streitgeräusche gehalten.

Nachbarn berichten, dass schon am Dienstagabend zwei Autos vor dem Haus gestanden hätten. Mehrere Männer hätten sich unterhalten, seien dann aber zunächst weitergefahren.

Fahndung nach sechs Personen und Audi mit polnischem Kennzeichen

Wahrscheinlich wurde durch die Täter vor der Flucht ein Brand gelegt, teilte die Polizei am Morgen mit. Sie stellte nahe des Ortes einen blauen Audi A4 Kombi mit Hamburger Kennzeichen sicher, welches die Täter benutzt haben könnten. Das blaue Auto wurde durch eine Streife am Mittwoch, gegen 1.30 Uhr, etwa 800 Meter vor dem Ortseingang Gonterskirchen auf der Landesstraße 3138 gefunden. "Offenbar wurde das Auto auf einem Feldweg festgefahren", teilt die Polizei mit.

+++ Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Gewaltverbrechen in Gonterskirchen

Weiter gefahndet wird noch nach dem silberfarbenen Audi Avant, an dem sich polnische Kennzeichen befanden. Möglicherweise haben die Täter das Auto des 57-jährigen Mannes, der tot aufgefunden wurde, nach der Tat entwendet. Bei den Tätern soll es sich um sechs Personen handeln, die dunkel gekleidet und maskiert waren, teilte die Polizei weiter mit. Die Personen sollen sich auf arabisch und französisch unterhalten haben. Eine weitere Beschreibung liegt derzeit noch nicht vor. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

Wie Bürgermeister Peter Klug gegenüber der Bild berichtet, war im Haus niemand gemeldet. "Der Besitzer ist aus Bruchköbel. Die Opfer stammen nicht aus dieser Gegend." Gegenüber dieser Zeitung erklärte er: "Ohne, dass man die Hintergründe genau kennt, ist es tragisch, dass so eine Tat hier passiert." Die Frau liegt nach Polizeiangaben verletzt und geschockt im Krankenhaus, konnte sich noch nicht ausgiebiger zum Tathergang oder den Tätern äußern. In Lebensgefahr befindet sie sich nicht.

Obduktion noch am Mittwochnachmittag

Mit den nächtlichen Löscharbeiten waren rund 50 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Laubach, Gonterskirchen, Lauter, Röthges und Freienseen betraut. Sie löschten den Brand im Erdgeschoss des Hauses und sorgten für die Belüftung des komplett verrauchten Hauses. Im Zuge der Arbeiten, die sich über drei Stunden zogen, wurde auch ein Feuerwehrmann verletzt.

Zur Klärung der genauen Todesursache und zur Verifizierung der Identität des Leichnams hat die Staatsanwaltschaft eine Obduktion angeordnet, die noch im Laufe des Mittwochnachmittags erfolgen soll.

Info

Schon einmal Mord in der Straße

2008 hatte sich bereits in derselben Straße, direkt im Nachbarshaus, ein Tötungsdelikt ereignet: Ein Mann, der einige Jahre zuvor nach Gonterskirchen gezogen war, hatte eine Prostituierte umgebracht. Er wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

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