04. September 2018, 22:16 Uhr

Tribüne wird zum Politikum

04. September 2018, 22:16 Uhr
Eine prächtig gefüllte Tribüne, wie hier auf dem Archivbild aus der Sporthalle in Heuchelheim, ist eine imposante Kulisse für die Sportler. Über den Bedarf einer – deutlich kleineren – Tribüne bei einer Schulsporthalle in Linden wird heiß diskutiert. (Archivfoto: ras)

Mit oder ohne Tribüne? Das ist der Knackpunkt bei der Planung der neuen Sporthalle an der Anne-Frank-Schule in Linden. Entschieden wird im Kreistag am kommenden Montag (18 Uhr Gallushalle Grünberg, öffentlich). Angesichts der Kosten für die Halle – und für die rund 150 Sitzplätze – wird dies zum Politikum.

Folgt der Kreistag der Empfehlung des Schulausschusses vom Dienstag und übernimmt die Stadt Linden nicht die Kosten, dann wird es wohl auch keine Tribüne in der neuen Schulsporthalle mehr geben. Konkret in Rede stehen knapp 500 000 Euro für die rund 150 Sitzplätze, die seitens der Schule und der Stadt Linden gewünscht, ja für erforderlich gehalten werden, um die Schule mit ihrem Angebot zukunftsfähig zu halten. Argumentation von Lindens Bürgermeister Jörg König und Schulleiterin Uta Schmidt-Frenzel im Fachausschuss: Die sportliche Attraktivität einer Schule sei wesentlich für die Entscheidung von Eltern bei der Schulwahl. Die Schule arbeite mit einem Sport-Profil – und man habe ein starkes Angebot zusammen mit Vereinen. König plädiert für eine Schulsporthalle, die auch den Anforderungen des Vereinssports entgegenkommt. Die Zwei-Felder-Halle, die im kommenden Jahr gebaut werden soll, wird voraussichtlich 3,7 Millionen Euro kosten – fast eine Million mehr als die ursprüngliche Kostenschätzung von etwa 2,8 Millionen Euro. Vertraglich geregelt ist, dass bei einem Neubau der Kreis 75 Prozent der Kosten trägt und die profitierende Kommune 25 Prozent. Vor diesem Hintergrund fallen die fast 500 000 Euro für eine fest installierte Tribüne nochmals mehr ins Gewicht. Das konzediert auch Bürgermeister König: »Die 476 000 Euro sind der Hammer!« Aber: Die bisherige marode Halle hat ebenfalls Zuschauerplätze auf einer Tribüne – das will man als Bestand wahren.

Wer mehr bestellt, soll bezahlen

Beim Kreis als Schulträger und Bauherrn ist man nicht dieser Meinung. SPD, Grüne und Freie Wähler aus der Regierungskoalition sprechen sich dagegen aus. Die oppositionelle CDU stellt sich derweil an die Seite von Linden, scheiterte aber im Fachausschuss mit ihrer Initiative, die Tribüne noch zu verankern. Denn der Vertrag zwischen dem Kreis und der Stadt Linden sieht ausdrücklich eine Schulsporthalle vor. Alle Extrawünsche darüber hinaus hat der zu bezahlen, der sie bestellt.

Schuldezernentin Christiane Schmahl (Grüne) sieht den Kreis unter Druck gesetzt und hält gegen: »Schulen können gut ohne Tribüne auskommen!« Und sie verweist auf eine Stellungnahme der Anne-Frank-Schule von 2012, in der die Schulleiterin die Tribüne – und das mit ausdrücklichem Bezug auf den Fachbereichsleiter Sport der Schule – für verzichtbar hält.

Unterstützung erhält Schmahl von den Freien Wählern: In der 2017 eingeweihten Schulsporthalle in Hungen hat die Stadt die Mehrkosten für die Tribüne getragen. Eigentlich hätte die Lindener Halle so wie Hungen früher in Auftrag gegeben werden sollen, ebenfalls schlüsselfertig. Das hätte Kosten gespart. Zur Erinnerung: Hungen hat 3,9 Millionen Euro gekostet; dort ist eine leicht größere Drei-Felder-Halle gebaut worden. Wie geht es weiter? In Linden beraten in dieser Woche die Gremien, es gibt eine Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung. Und dann das Votum am Montag im Kreistag.

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