01. Oktober 2018, 21:47 Uhr

Touristen ins Lumdatal holen

01. Oktober 2018, 21:47 Uhr

Derweil der Gießener Kreistag die Detailplanung und Kostenermittlung für eine Wiederinbetriebnahme der Lumdatalbahn einstimmig beschlossen hat, will der Verein Lumdatalbahn weiter die Werbetrommel rühren. Bisher galten hauptsächlich Berufspendler sowie Schüler und Studenten als große Nutzergruppen für eine künftige Eisenbahnlinie zwischen Londorf und Lollar. Im gut besuchten Bürgersaal am Bahnhof Londorf wurde jetzt ein zusätzliches Standbein beleuchtet: Wander- und Radtouristen. »Kleines Tal – Großes Kino« war der Vortrags- und Diskussionsabend im Rahmen der 35. Deutschen Schienenverkehrswoche des Deutschen Bahnkunden-Verbandes betitelt.

Über die Bevölkerungsentwicklung im Lumdatal sprach der Demografiebeauftragte des Landkreises, Dr. Julien Neubert. Welche Bedeutung Bus und Bahn für die Fortbewegung in der Freizeit haben, referierte Achim Girsig, Geschäftsführer des in Wetzlar ansässigen Lahntal Tourismus Verbandes. Zu besichtigende Schätze für Gäste im Nordkreis zeigte Kirsten Steimel, Geschäftsführerin des Gießener Vereins Regio Trend. Christa Becker und Manfred Lotz vom Verein Lumdatalbahn moderierten. Der Verein Gießener Land unterstützte die Veranstaltung.

Für Familien attraktiv

Im Publikum saßen Rabenaus Ehrenbürgermeister Kurt Hillgärtner (Bürgermeister Florian Langecker war verhindert), Allendorfs Bürgermeister Thomas Benz und die Gießener Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich. Neubert erklärte warum die Bevölkerungsentwicklung für Politik vor Ort wichtig sei. Neben Baugebieten (Wohnungen) und Gewerbe (Arbeitsplätze) sei daraufhin die verkehrliche Infrastruktur anzupassen.

Neuberts These: »Demografiepolitik ist ein kommunales Thema.« Aktuell kümmerten sich Länder und Bund drum. Neuberts kleinräumige Betrachtung der Bevölkerungsentwicklung von 2012 bis 2016, das Sichten von allerlei Unterlagen sowie Gespräche mit Bürgermeistern sollen seine Zukunftsprognose bis 2030 stärker absichern, als jetzt vorliegende Daten der Bertelsmannstiftung, wonach Rabenau kräftig Einwohner einbüßen würde. Laut Neubert werden Lollar, Staufenberg und Rabenau zulegen, Allendorf dagegen Verluste haben. Attraktiv sei das Lumdatal besonders für Familien.

Girsig bekräftigte, dass Tourismus zum Erhalt von Infrastruktur beitragen könne. Im Lumdatal seien die Tagesgäste die wichtigste Zielgruppe. Girsig: »Wir wollen, dass Touristen auch in die Seitentäler hinein gehen.« Er meinte damit Salzböde, Lumda und Wieseck. Schätze, die ein Tourist im Lumdatal aufsuche, seien etwa der Fredrik-Vahle-Weg (geplant zwischen Schönemühle und Schmelzmühle), der geplante Mainzlarer Aktivpark Lumdatal oder der »Dom« der Rabenau.

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