12. August 2018, 19:43 Uhr

Das Böse ist immer und überall

»Tatort« Steinbach: Krimizeit mit Charly Weller

12. August 2018, 19:43 Uhr
Weller signiert (ik)

Stilechte Ouvertüre: Mit der »Tatort«-Titelmelodie läutete der SPD-Ortsverein Fernwald am Freitagabend im Saal des »Hessischen Hof« in Steinbach seinen sechsten Krimiabend ein. Neben Ehrenbürger Karl-Rudolf Schön und Dr. Robert Horn, dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung, begrüßte Bürgermeister Stefan Bechthold auch den stellvertretenden SPD-Bundesvorsitzenden und Direktkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel unter den Zuhörern. Zum wiederholten Mal hatte man Charly Weller für eine Lesung gewinnen können – der Krimiautor mit Wahl-Heimat Annerod ist Nachbar des Bürgermeisters. »Eingefädelt« hatte indes einst Gerd Espanion die Reihe, wofür dem SPD-Fraktionsvorsitzenden an diesem Abend ausdrücklich gedankt wurde. Die fast 100 Besucher stärkten sich vor Beginn der Lesung am herzhaften Fingerfood-Buffet.

»Totenwind« ist der vierte Kriminalroman des ursprünglichen Filmemachers Weller, mit dem er nun für wohligen Grusel und viele Lacher sorgte. Sein 2014 erschienener Erstling »Eulenkopf« wurde für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert, danach veröffentlichte er im Jahresabstand die Romane »Finsterloh« und »Katzenkönig« – allesamt Geschichten mit Kriminalkommissar Worstedt, von Kollegen und Gaunern despektierlich »Worschtfett« genannt.

Gute Portion Lokalkolorit

Nun also »Totenwind«: Ein Auto im Graben einer abgelegenen Landstraße zwischen Laubach und Freienseen. Im Kofferraum die Leichen eines Ehepaars mit aufgeschlitzten Pulsadern. Selbstmord oder Verbrechen? Und was hat es mit der abgetrennten Fingerkuppe auf sich, die am Vorabend auf der Polizeiwache in Grünberg abgegeben wurde? Diesen und einer Reihe weiterer Fragen müssen Kommissar Roman Worstedt und seine Kollegin Regina Maritz nachgehen, um mit ihren Ermittlungen schließlich in Namibia zu landen. Denn die Hintergründe des Falls reichen zurück bis in die Kolonialzeit. Den mit viel Detailkenntnis ums namibische Braai (Grillen) gewürzten Abstecher nach Windhoek verband Weller mit dem Hinweis an die Zuhörer, dass man seine Arbeit nicht als reine Unterhaltungsliteratur werten möge – dazu sei die Thematik viel zu ernst, mahnte er mit Verweis auf den Völkermord an den Herero und Nama durch die deutsche Kolonialmacht in Deutsch-Südwestafrika während der Jahre 1904 bis 1908.

Mit reichlich Lokalkolorit ging’s zurück in mittelhessische Gefilde – um etwa zu erfahren, dass die Handchirurgie der Uni Gießen spitze ist, wenn’s ums Anheften von »abbene Finger« geht. Wie die Handlungsstränge zusammenhängen, das wurde an diesem kurzweiligen Abend (noch) nicht klar – warum auch? »Steht doch alles im Buch«, schmunzelte Weller und wandte sich fortan einem Büchertisch zu, an dem er noch geraume Zeit mit dem Signieren seiner Werke zu tun hatte.

Fortsetzung folgt – mit »Bonamens – Hessische Drecksgeschäfte« kommt im Oktober der nächste Weller-Krimi auf den Markt.

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