25. Mai 2018, 21:43 Uhr

Stringtangas und Monsterbauten

25. Mai 2018, 21:43 Uhr
Sexistisch oder Unterwäsche? Ein Automat für Stringtangas auf der Damentoilette der Limeshalle sorgt nun in der Stadtverordnetenversammlung für Diskussion. (Symbolfoto: dpa)

Es ist nichts Ungewöhnliches, dass man Automaten auf Toiletten in öffentlichen Gebäuden findet. So sollen die Verkaufsartikel meist Menschen, die kurzfristig Anschluss gefunden haben, vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. Teils werden auch andere Verbrauchsgüter – etwa Zahnbürsten – hier angeboten. Ein Automat in Grüningen sorgte nun für Diskussionen in der Pohlheimer Stadtverordnetenversammlung.

Sabine Scheele-Brenne (SPD) störte sich an einem Gerät, das in der Limeshalle auf der Damentoilette hängt. Hier sind String-tangas erhältlich. »Wofür ist denn sowas notwendig?«, fragte sie. Sie kritisierte das Angebot sowie die Darstellung des Produkts am Automaten mit einer spärlich bekleideten, da den String tragenden Frau als sexistisch. In einen Raum, der auch von jungen Mädchen betreten werde, passe dies nicht hinein.

Udo Schöffmann hat diesen Automaten noch nie gesehen, erklärte er. In seiner Amtszeit seien keine Verträge oder Regularien über das Aufhängen von Automaten in öffentlichen Gebäuden geschlossen worden. »Das muss auf meinen Amtsvorgänger zurückgehen.« Zu einer weiteren Anfrage von Scheele-Brenne konnte er erklären, dass die Kommune keine werbefinanzierten Fahrzeuge nutze, auf denen Werbung der FKK-World platziert sei.

Einstimmig beschlossen die Stadtverordneten, die Gelder für den Bau eines Kleinsportfeldes an der Adolf-Reichwein-Schule freizugeben. Die Stadt will maximal 25 Prozent der Gesamtkosten tragen, da die Schule im Verantwortungsbereich des Landkreises liegt. In der unterrichtsfreien Zeit soll das Feld kostenfrei durch die Pohlheimer Sportvereine genutzt werden können.

Für eine längere Diskussion sorgte erneut ein Antrag der SPD, die Bebauungspläne der Gemeinde zu überprüfen. Peter Alexander (SPD) erklärte, dass man nicht alle weit über 180 Pläne überarbeiten solle. Stattdessen solle eine sukzessive Überprüfung kritischer Bereiche erfolgen, in denen bei einer Nachverdichtung das Entstehen von »Monsterbauten« drohe. Was Alexander darunter verstehe, wollte Malke Aydin (CDU) genauer wissen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende definierte den Begriff als Neubauten, die sich nicht in den Gebietscharakter einpassen würden. »Werte Herren von CDU und Freie Wähler, springen Sie über Ihren Schatten und stimmen Sie mal einem SPD-Antrag zu.« Ulrich Sann (FW) erklärte danach, dass man zumindest dem Punkt 1 des Antrags zustimmen könne – der Magistrat solle über die Erstaufstellung von Bebauungsplänen für bisher unbeplante Innenbereiche sowie Änderungsmöglichkeiten bei bestehenden Bauplänen informieren sowie gegebenenfalls fachliche Expertise dafür hinzuziehen. Reimar Stenzel (Grüne) wurde da skeptisch: »In Punkt 1 ist nichts, was der Magistrat machen muss. Daher stimmt der Herr Sann da zu.« Fabian Schäfer (FDP) erklärte, der Begriff »Monsterbauten« sei sehr subjektiv. Pohlheim sei zudem nicht die Baubehörde, die Bauvorhaben bewilligen oder ablehnen könne. »Wir sind für die Rahmengebung da.« Ähnlich sah es Matthias Jung (CDU): »Das ist eine persönliche Ansicht, ob ein Bau mir gefällt oder nicht.« Er betrachtete den Punkt 1 des Antrags »als eine Art Fortbildungsveranstaltung«. Die Parlamentarier könnten sich so informieren, wie sie das Thema richtig angehen könnten.

Letztlich einigten sich die Fraktionen darauf, dass im Magistrat und Bauauschuss darüber informiert werden soll, und beschlossen den Punkt 1 einstimmig. Der restliche SPD-Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt.

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