17. Dezember 2018, 22:16 Uhr

Stadt macht Sparkasse den Weg frei

17. Dezember 2018, 22:16 Uhr

Grünberg (tb). Das Vorhaben der Sparkasse Grünberg, an der Ecke Londorfer/Theo-Koch-Straße drei Mehrfamilienhäuser mit bis zu 28 barrierefreundlichen Zwei- bis Vierzimmerwohnungen zu errichten, hat die letzte »parlamentarische« Hürde genommen: Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer jüngsten Sitzung den vorhabenbezogenen Bebauungsplan als Satzung beschlossen.

Fehlt nur noch das Placet der Kreisbauaufsicht, und die Arbeiten zur Neugestaltung des 2700 Quadratmeter großen Grundstücks können beginnen. Den Anfang freilich wird die Abrissbirne machen – ihr zum Opfer wird auch die bis 1984 genutzte alte Hauptstelle der Sparkasse fallen. Die Bank sieht in der Investition einen Beitrag zum Erhalt ihrer Selbstständigkeit, würden doch zinsunabhängige Erträge generiert. Betont wird ebenso, die Gebäude mit ihren Mansarddächern, den fein gegliederten Fassaden und einer ausgewogenen Kubatur würden sich harmonisch ins Stadtbild einfügen.

Nicht ganz so harmonisch verlief die Beratung der Stadtverordneten. Ulrich Ebenhöh (SPD) forderte für die SPD, die Stadt solle von ihrer gesetzlich gegebenen Möglichkeit Gebrauch machen, für 20 Prozent, hier also fünf Wohnungen, eine Sozialbindung vorzuschreiben. Heißt: Der Mietzins würde auf maximal 6 Euro/Quadratmeter begrenzt, die Kommune müsste 50 000 Euro zuschießen. Ebenhöh begründete den Antrag mit dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Grünberg, verwies auf 96 Einzelpersonen und Familien, die eine Bleibe suchten.

Einstimmigkeit für Satzung

»Sehr theoretisch« nannte Frank Ide (FW), Bürgermeister und Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse, den Ansatz und Antrag. »Grottenschlecht« sogar, komme doch die SPD erst jetzt, Monate nach dem Aufstellungsbeschluss damit an. Zu einem Zeitpunkt, da der Bauantrag schon eingereicht sei. Wie solle das jetzt gehen? Wolle man von der Sparkasse verlangen, das ohnedies enge Wohnraum- und Finanzierungskonzept zu ändern, dafür etwa Einsparungen an der Ausstattung vorzunehmen? »Das geht doch nicht, dafür ist es viel zu spät«, fand Ide. Nach dessen Worten es das erste Mal wäre, dass die Stadt einen Investor im Regen stehen lasse, indem man ihm kurz vor Verfahrensschluss sagte: »Ätsch, Du musst jetzt dein Vorhaben neu konzipieren.« Was besagte Warteliste angeht, so werde etwas zum Abbau getan, würden etwa mit den Neubauten im »Baumgartenfeld« Mietwohnungen frei.

Ebenhöh räumte ein, der Vorstoß komme spät (»waren bei der Aufstellung noch nicht so weit«), möglich sei die Vorgabe jedoch auch jetzt noch. Das allerdings sahen nur die vier Genossen und ein Grüner so, der Rest des Hauses folgte Ides Argumenten. Der Satzungsbeschluss selbst ward schließlich mit fünf Enthaltungen einstimmig gefasst.

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