11. September 2018, 22:17 Uhr

Sprachjonglage und Handwerkskunst

11. September 2018, 22:17 Uhr
Angela Schulz (v. l.) und Sieglinde Gros begegnen sich erstmals anlässlich der Vernissage.

Sie bestücken eine gemeinsame Ausstellung, doch erstmals getroffen haben sie sich erst zur Vernissage: Arbeiten der Bildhauerin Sieglinde Gros (Odenwald) und der Malerin Angela Schulz (Oberbayern) sind seit Samstag unter dem Titel »Mensch(liches)« in der Galerie No. 5 des Kunst- und Kulturforums Laubach zu sehen. Beide beschäftigen sich mit Menschen und deren Eigen- und »Uneigenschaften«.

Kulturvereinsvorsitzender Arnold Schleier sagte, die Schau sei getragen von viel Idealismus sowie hohem Kosten- und Zeitaufwand. Ihn persönlich beeindrucke besonders das Geheimnisvolle in Gros’ Figuren. Das könne auch der aufmerksame Betrachter wahrnehmen: Wenn man den Standort verändere, verändere sich auch die Deutungsmöglichkeit. Dieser Effekt werde durch den Lichteinfall verstärkt. Besonders spannend werde es, wenn man die Figuren umkreise und die Perspektive wechsle.

Gros verstehe es, auf einzigartige Weise ihren Holzfiguren einen Charakter zu verleihen, der die inneren und äußeren Eigenschaften eines Menschen zum Ausdruck bringt. Schleier: »Scheinen die Figuren auf den ersten Blick ausdruckslos, sind sie doch bei näherem Hinsehen außergewöhnlich lebendig«. Die Künstlerin beschäftigt sich mit Menschen als Gruppe oder Einzelpersonen und legt dabei den Schwerpunkt der Darstellung auf Haltung und Mimik. Gros arbeitet mit schwerem Werkzeug (u. a. Kettensäge), um ihren menschlichen Figuren feine charakteristische Nuancen zu verleihen.

Reinhild Röllinger-Krüger ging auf die Arbeiten von Angela Schulz ein: Da gebe es zum einen die beeindruckenden Hollzfiguren, die in der Galerie Kontakt mit den Besuchern aufnehmen. Auf der anderen Seite imponierten die bunten frechen, humorvollen, auch manchmal nachdenklichen Wortbilder. Erst besteche die Farbigkeit, dann aber die Neugier: »Was steht denn da eigentlich?!« Es brauche ein wenig Geduld, um Sätze und Reime zusammenzubringen, »doch hat man erst einmal den Anfang gefunden, macht es dann wirklich sehr viel Spaß«. Wasserfarben und Acrylstifte sind bevorzugtes Werkzeug. Überbordende Fantasie, gepaart mit ein wenig Ironie und viel Lebenserfahrung sind die Ideenquelle. Dass die Laudatorin auch viel Humor besitzt, wurde daran deutlich, dass sie ihreAusführungen clownhaft begleitete – sie hat schon immer gerne Kabarett gespielt. (Foto: dis)

Die Ausstellung ist bis 14. Oktober zu sehen (geöffnet samstags von 11 bis 12.30 und sonntags von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Tel. 0 64 05/95 07 30).

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