04. September 2018, 21:52 Uhr

Spektakel mit Zukunft

04. September 2018, 21:52 Uhr
Am 8. und 9. September gibt es wieder »Kunst in Licher Scheunen«. Ein neu gebildetes Organisationsteam will dafür Sorgen, dass die Veranstaltung auch in den kommenden Jahren stattfinden kann. (Foto: us)

Arbeiten ganz unterschiedlicher Künstler, spannende Einblicke in historische Gemäuer und ein buntes Rahmenprogramm: Mit diesem Konzept hat »Kunst in Licher Scheunen – und anderen Orten« schon bei der Premiere 2013 überzeugt. Am 8. und 9. September, parallel zum Tag des offenen Denkmals, findet das Spektakel zum sechsten Mal statt. Alles wie gehabt? Nein. In diesem Jahr wirft der frühe Tod von Dr. Erhard Roth, Begründer und bisheriger Beinah-alles-Organisator, einen Schatten über die Veranstaltung. Ein Team von Wegbegleitern hat nun übernommen. Auf einer Pressekonferenz stellten Paul Martin Lied, Angelika Stöckigt, Cornelia Merget und Lothar Liebermann klar: »Kunst in Licher Scheunen« wird auch in den kommenden Jahren stattfinden. Regie führen der Verein »Lich erleben« sowie der Arbeitskreis »Fahr nach Lich«, der zum Kulturverein gehört. In diesem Jahr könne man noch auf den Vorplanungen von Roth aufbauen. In Zukunft wolle man die Veranstaltung im Team fortführen und neue Konzepte und Ideen entwickeln, sagte Merget.

? Wer macht in diesem Jahr bei »Kunst in Licher Scheunen« mit?

Das Programm verzeichnet annähernd 60 Künstlerinnen und Künstler. Die meisten stammen aus Mittelhessen oder arbeiten hier. Es gibt eine Reihe von Wiederholungstätern, wie Uwe Herbst, der seinen »zeitgenössischen Impressionismus« erstmals in seinem neuen Atelier in der Rentkammer (Schlossgasse 4) zeigt. Auch Ruken Halise Adsan ist wieder dabei. Nach einer schweren Erkrankung hat die Marburger Galeristen beschlossen, sich auf ihre eigenen Bilder zu konzentrieren. »Das Leben ist schön« lautet ihr Motto. Ihre fröhlichen Bilder sind in der Schäfergasse zu sehen. Markéta Roska, Geneviève Hoareau-Lehmann und Susanne Bosold zeigen am Marstall nicht nur Skulpturen und Bilder, die zum Nachdenken anregen wollen. Sie laden auch zu Mitmachaktionen ein (Samstag, 15.30 Uhr, Sonntag, 11.30 Uhr und 15.30 Uhr).

? Gibt es wieder einen »Picasso in der Scheune«?

Nein. Dafür aber Werke anderer prominenter Künstler. Zu verdanken sind sie Rudolf Lotz von der Gießener »Galerie auf dem Schiffenberg«, der mit »Superstars« wie Armin Müller-Stahl und Friedensreich Hundertwasser aufwarten kann. Außerdem hat er Arbeiten der »Schiffenberg«-Künstlerinnen Ingrid Freitag und Inge Schomburg im Gepäck sowie Bücher, Radierungen und Poster von Janosch. »Für Kinder soll ja auch etwas dabei sein«, sagt er. Neu bei ihm ist Silberschmuck aus Uganda. Der Erlös kommt einem Bildungsprojekt zugute. Einen speziellen Ort hat sich Karl Dudek vom Künstlerbund Laubach ausgesucht: Seine »romantische Feinmalerei« ist im »Schmalen Handtuch«, am Bahnübergang zu sehen.

? Wo überall sind die Kunstwerke ausgestellt?

In alten Scheunen, Ställen, einer alten Fabrik, ehemaligen Werkstätten, dem früheren Güterschuppen und anderen besonderen Räumen. Genau das ist das Besondere an diesem Festival. Es richtet sich nicht nur an Kunstinteressierte, sondern auch an heimatkundlich interessierte Besucher oder Nostalgiker, die sich von solchen verwunschenen Winkeln angezogen fühlen. Ein Lageplan, der am 8. und 9. September überall ausliegt, hilft bei der Orientierung. Historisch interessante Orte sind mit einem Sternchen gekennzeichnet. Die Organisatoren danken besonders den Hausbesitzern, die ihre Räume ganz uneigennützige zur Verfügung stellen. Und: Neue, interessante Ausstellungsflächen sind stets willkommen. »Wir helfen auch beim Entrümpeln«, verspricht Cornelia Merget.

? Stehen Sonderausstellungen auf dem Programm?

Ja. In der Stadtbibliothek am Kirchplatz sind großformatige Literaturplakate von 1968 zu sehen. Sie stammen aus dem Fundus des Anabas Verlags. Dessen Gründer Günther Kämpf wird bei der Vernissage am 5. September um 18 Uhr eine Einführung geben. In der Marienstiftskirche sind am Sonntag, dem 9. November, »Schätze der Marienstiftsbibliothek« ausgestellt. In der Kinokneipe Statt Gießen hängen »Freustücke« von Angela Reinick an den Wänden und im Kulturrestaurant Savanne wird am Freitag, dem 7. September, um 18 eine Ausstellung mit Malerei von Emese Benz eröffnet.

? Was bietet das Rahmenprogramm in diesem Jahr?

So viel, dass man gar nicht alles aufzählen kann... Den kulinarischen Marktplatz, den »Lich erleben« organisiert. Fahrten mit der großen Zehner-Kutsche. Das Afrikanische Dorf in der Schlossgasse. Kindertöpfern in der Dippemühl und Rakubrand bei der Töpferei Ursula Starke, Lesungen mit Henrich Dörmer (8. und 9. September, jeweils 15 Uhr, Oberstadt 11). Eine große Charity-Fotoaktion von Meike Dietz unter dem Motto »Farbenfroh in der Wurstfabrik« (8. September, 15 Uhr, 9. September, 11 Uhr). Am Samstagabend eine Nachtschwärmer-After-Show-Party in der Kinokneipe Statt Gießen und ebenfalls dort am Sonntag um 18.30 Uhr den KunstAusTausch.

? Wann geht es los? Und wo findet die Eröffnung statt?

Am Samstag, dem 8. September, um 11 Uhr auf der Treppe vor dem Rathaus. Im Anschluss geht es in den Bürgersaal, wo acht Künstler aus der schwedischen Partnerstadt Vänersborg ihre Arbeiten ausstellen. »Sie wollen einen künstlerischen Austausche zwischen beiden Städten anstoßen«, erläutert Jörg Friedmann vom Partnerschaftsverein. Der Anfang ist schon mal vielversprechend: Nach der Eröffnung gibt es bei ihnen schwedische Häppchen.

Öffnungszeiten von »Kunst in Licher Scheunen«: Samstag, 8. September, von 11 bis 20 Uhr, Sonntag, 9. September, von 11 bis 18 Uhr.

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