28. Juli 2018, 08:53 Uhr

Golden Oldies

So haben die 29. Golden Oldies begonnen

Petticoats, Rock'n'Roll und Straßenkreuzer: Die Golden Oldies in Krofdorf-Gleiberg entführen seit Freitag wieder Tausende Besucher in die Musik und das Lebensgefühl der 50er, 60er und 70er Jahre.
28. Juli 2018, 08:53 Uhr
Foto: Harald Friedrich

+++Alles was ich rund um die Golden Oldies wissen muss+++

 

Elvis lebt. Chuck Berry auch. Und Buddy Holly sowieso – an diesem Wochenende in den Gassen und auf den Plätzen Krofdorf-Gleibergs. Das Golden-Oldies-Festival hat am gestrigen Freitag bei herrlichem Sommerwetter begonnen. Bis Sonntag lädt die Oldiefete zur Zeitreise in die 50er, 60er und 70er Jahre ein. Neun Bühnen, mehr als 50 Livebands und über 1000 Oldtimerfahrzeuge locken nach Wettenberg.

Zum Tanzen ist es noch zu heiß

Brigitte Klein

Tausende Menschen flanierten am Freitag durch die Hauptstraße, viele stilecht in selbstgeschneiderten Petticoats, und musterten knallbunte Chevys der 50er Jahre und die glänzende Karosserie eines Mercedes Ponton. Rock’n’Roll war vor den Bühnen ebenso zu hören wie Rockabilly, Glamrock und Blues. Vor allem aber sind die Golden Oldies ein traditionelles Familientreffen, auf dem sich Freunde und Bekannte zum Schwatzen, Trinken und Lachen treffen. »Wir wollen Spaß haben«, sagte Anita Burg aus Lich. Sie tanze leidenschaftlich Boogie Woogie. »Zu Rock’n’Roll können wir nicht mehr so weit springen.«

 
Fotostrecke: So haben die Golden Oldies begonnen

»Zum Tanzen ist es noch zu heiß«, rief Brigitte Klein lachend am Sorguesplatz. Doch unter dem Tisch wippte bereits ihr Fuß zu Sam Cookes »What a wonderful world«. Wenige Meter entfernt schlenderte Ronald Hegner, vom Bodensee zu dem Festival angereist, durch die Schieferstraße. »Wir fahren vielleicht mit einer Ente zurück«, hoffte er auf ein Oldtimerschnäppchen.

 

Wetter fast zu gut

Zu den Klängen von »Great Balls of Fire« tanzten die 69 und 70 Jahre alten Elisabeth und Hubert Bergs vor der Bühne in der Krokelstraße Rock’n’Roll. Strahlend erzählten die Karlsruher im badischen Dialekt: »Wir haben erst vor drei Jahren angefangen, den Tanz zu lernen. Wir haben immer nur zugeguckt. Und das war doof.« Dann eilten sie wieder auf die Fläche vor der Bühne.

Foto: Harald Friedrich
Foto: Harald Friedrich

In einem schwarzen, mit Kakteen bedruckten Petticoat tanzte währenddessen unweit die 20-jährige Melina Geis um ihren Freund herum. Wie eine Liebhaberin der Musik der 50er sieht sie nicht gerade aus – tätowiert und mit türkis gefärbten Haaren wirkt sie eher wie ein Punkfan. »Die Zeit der 50er war für die Rolle der Frauen keine schöne Zeit«, räumte sie ein. »Aber die damalige Musik macht mich sofort fröhlich. Man denkt an nichts Schlechtes mehr.«

 

Elvis im Getümmel

Thomas Brunner, Wettenbergs Bürgermeister, hielt während der Eröffnung fest: »Das Wetter ist fast zu gut« und würdigte die Golden Oldies als »friedliches Fest«. Währenddessen machten es sich Eleonore Krommer und Theresia Räder vor einem Haus gegenüber der Feuerwehr gemütlich, saßen an einem Klapptisch und stießen zu Sekt mit Holunder an. »Ich wohne hier«, sagte Krommer. »Wenn die Golden Oldies sind, muss man nicht fortgehen«, lächelte sie. Nur eines störe sie. »Karaoke am Sonntag. Schlechter Gesang. Und zu laut.«

Foto: Harald Friedrich
Foto: Harald Friedrich

Und dann stand plötzlich Elvis mitten im Getümmel, im weißen Kostüm. »Hound Dog« erklang von der Bühne. Menschentrauben bildeten sich um ihn, viele schossen Fotos mit dem Smartphone. Und Bernhard Miller, der in dem Kostüm steckte, blickte schüchtern um sich – und sagte: »Wahnsinn.«

Info

Programm ab 11 Uhr
  • Programm: Livemusik auf neun Bühnen gibt es am Samstag von 11 bis 21 Uhr und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Mehr unter www.golden-oldies.de
  • Eintritt: Der Tageseintritt kostet 15 Euro, das Festival-Bändchen für alle drei Tage 20 Euro. Kinder bis 14 Jahre sind frei.
  • Oldtimer und Petticoats: Die Oldtimerausstellung ist an beiden Tagen zu sehen, der Petticoat-Wettbewerb findet am Sonntag, 14 Uhr, auf Bühne E statt.
  • Prominenz: Uschi Nerke, einstige Moderatorin des Beat-Clubs, trifft am Samstag um 11 Uhr auf dem Sorguesplatz ihr erstes Auto wieder.
  • Parken: Großparkplätze gibt es im Gewerbegebiet am Augarten und auf den Wiesen an der Kinzenbacher Straße und an der Wißmarer Straße. Ab dem Augarten verkehren Shuttlebusse ins Dorf.

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