19. April 2018, 21:37 Uhr

Silberhochzeit in der Wüste

19. April 2018, 21:37 Uhr
Dirk und Heike Haas mit dem Foto eines gähnenden Leoparden. (Foto: siw)

Bilderwechsel im Schloss: »Für mich, der mit Grzimek aufgewachsen ist, war es die Erfüllung eines Kindheitstraumes«, berichtete Bürgermeister Dirk Haas. Gemeinsam mit Ehefrau Heike reiste er im Oktober 2015, also noch vor Beginn seiner Amtszeit, nach Namibia. Beeindruckt von den Menschen, der artenreichen Tierwelt und dem Farbenspiel beim Sonnenaufgang in der Wüste Namib beschlossen die beiden schon auf dem Rückflug, noch einmal Südafrika zu bereisen. Die zweite Reise im Oktober 2017 startete ab Kapstadt und führte das Ehepaar durch Namibia, Botswana und Zimbabwe. 34 Aufnahmen von diesen beiden Reisen sind bis zum 30. Juni während der Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung zu sehen.

Der Wunsch zu einer solche Ausstellung kam von den Mitarbeitern, die Ermutigung dazu von den Mitgliedern der Foto-AG. Sie alle waren von den Aufnahmen begeistert, die ihnen Haas mit einem Reisetagebuch über Namibia 2015 und zwei Fotobüchern zugänglich gemacht hatte.

Der Elefant mit einer Lehmschicht überzogen, sah aus wie aus Gips – bis er sich bewegte. Das einzige Handyfoto der Ausstellung wurde auf Augenhöhe mit einem zehn Zentimeter kleinen Namibgecko im Dünensand geknipst. »Auf das Foto mit dem gähnenden Leoparden bin ich echt stolz«, sagt Haas und nimmt das Bild in die Hand, das er aus dem offenen Fahrzeug heraus gemacht hat. Er spricht von zehn Metern Abstand, Ehefrau Heike meint: »Das war näher.«

Während die Löwenbabys, aufgenommen im Okavango-Delta, an Stofftiere zum Kuscheln erinnern, geht der Mörderblick eines ausgewachsenen Leoparden durch Mark und Bein. »Im Okavango-Delta haben wir letztes Jahr unsere Silberhochzeit gefeiert. Es kamen überhaupt keine Gäste. Ich weiß auch nicht warum,« witzelt Haas.

Er, der die Fahrten unter Beachtung der Straßenverhältnisse und Wetterbedingungen selbst geplant hat, empfiehlt aus gutem Grund die Mitnahme von zwei Ersatzreifen. Und: Stets sollte man einen Plan B parat haben und vor Einbruch der Dunkelheit die Ankunft in der Unterkunft anstreben. »In Windhoek spaziert man natürlich abends nicht durch die Slums. Unterwegs kann man hingegen Unterkünfte erwischen, die nicht verschlossen sind«, berichtet Haas. Die Betten sind zumeist schon ein Jahr im voraus ausgebucht.

Die unter Ehrenbürgermeister Erhard Reinl eingeführten Kunstausstellungen im Busecker Schloss haben eine lange Tradition. Ein Novum ist es allerdings, dass der »Hausherr« selbst als Aussteller fungiert. Die Frage nach der nächsten großen Reise beantwortete Haas am Freitag wie aus der Pistole geschossen: »In 83 Tagen nach Island.« Das Land aus Eis und Feuer.

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