28. August 2018, 22:16 Uhr

Sehenswerte Umgestaltungen

28. August 2018, 22:16 Uhr
Gitti Feriduni spielt bei der Eröffnung im KuKuK. (Foto: usw)

»Transformation« lautet der Titel der aktuellen Ausstellung im Kunst- und Kulturverein Wettenberg (KuKuK). Uschi Lanzet-Hallen, Silvia Rudnicki und Regina Willems setzten sich mit dem Thema auseinander und stellen nun ihre Ergebnisse vor. Dabei stellt sich heraus, dass der Begriff wesentlich mit dem zu tun hat, was im KuKuK ohnehin schon immer vor sich geht: Umgestaltung. Am Freitag war Eröffnung, wie stets gut besucht.

Vor und nach der Begrüßung durch Vorstandsmitglied Ines Scheurmann sorgte die Pianistin Gitti Feriduni für eine sanft einschmeichelnde, entspannende Klangkulisse. Scheurmann sprach die Veränderung der Natur durch den Menschen an, ebenso wie die Zutaten, die Silvia Rudnicki in ihren bemerkenswerten Sternbildern verwandte: Sand, Steinmehl und Zellulose verwandelten sich darin in etwas Neues. Regina Willems’ »eher spirituelle Annäherung« ans Thema sah Scheurmann im Zusammenhang mit der Psyche und der Umwandlung der Natur. Uschi Lanzet-Hallen schließlich verwandelt Plastiktüten in collagierte und genähte Bilder.

Auch ohne direkten Themenbezug zählt Willems’ Bild »Verborgen« mit seiner gelungen dramatischen Komposition und den leuchtenden Farben zu den Blickfängen. Dazu gehören auch Silvia Rudnickis Sternenbilder, die im Nebenzimmer eindrucksvoll vor sich hin leuchten. Und zwar wechselhaft, die Erscheinungsweise der hinterleuchteten Werke, praktisch eine Art von Dia, verändert sich. Beachtlich, wie die materielle Anmutung jeweils einmal wie irdisches Steingut erscheint und ein anderes Bild wie eine dunkelrot glühende Sonne wirkt.

Ebenfalls formal ungewöhnlich sind Uschi Lanzet-Hallens auf Holz gebrachte Fotografien. Da bringt sie ein Foto mittels eines komplizierten Transferverfahrens auf eine beliebige Holzfläche auf. Das gewählte Stück Holz verändert dabei drastisch seinen Charakter, wird zum Bildträger und erhält eine ganz neue Anmutung.

Die Grenzen des Gewohnten sind hier nicht gültig. So hat Silvia Rudnicki mit ihrer Arbeit »Mit Biss« ein seltsames Wesen geschaffen, das mit seinem auffälligen Pferdegebiss, kombiniert mit riesigen Insektenaugen zu einem Satz Krebsbeinen zu ruhen scheint, gut gelaunt wie gesagt. Es herrscht große Vielfalt beim KuKuK, man sieht nicht allein Bilder, sondern auch Skulpturen, und die jeweilige Sichtweise wechselt durchaus. Sehenswert ist das Ganze allemal. Noch bis zum 16. September zu den üblichen Öffnungszeiten.

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