25. Juli 2018, 21:41 Uhr

»Reineke Fuchs« zieht um

25. Juli 2018, 21:41 Uhr
Friedrich von Fuchs hat seine Sammlung dem Land Hessen vermacht. Sie ist künftig in Bad Arolsen zu sehen. (Archivfoto: Geck)

Das Reineke-Fuchs-Museum in Leihgestern ist geschlossen – doch die einmalige Sammlung hat eine neue Heimat: Das Lebenswerk des Friedrich von Fuchs ist nach Bad Arolsen in Nordhessen umgezogen. Dort, im Kaulbach-Museum, sind jetzt die rund 400 Exponate zu finden, die der Sammler in fünf Jahrzehnten zusammengetragen hat. Im April ist die Sammlung mit einer Sonderausstellung in Bad Arolsen feierlich eröffnet worden.

Der begeisterte Privatsammler, mittlerweile im 87. Lebensjahr, hatte sich 2017 entschlossen, sein Werk für die Nachwelt dauerhaft zu sichern und über Ministerpräsident Volker Bouffier den Kontakt zu Kultusminister Boris Rhein gefunden. Nach mehreren Monaten der Gespräche und Verhandlungen war klar: Die außergewöhnliche Sammlung wird von der Stadt Arolsen, der Hessischen Kulturstiftung und dem Hessischen Museumsverbund übernommen. »Da ist alles in besten Händen«, freut sich von Fuchs über die Würdigung und Wahrung seines Lebenswerkes. Der Goldschmied mit Wurzeln in München und Lebensmittelpunkt in Linden hatte sich zeitlebens mit Leidenschaft der namensgebenden Tiere seines Familienwappens und -namens gewidmet.

Bedeutender Zuwachs

Warum aber eine neue Heimat der Exponate gerade in Arolsen? »Die besondere Qualität der Sammlung besteht in der inhaltlichen Referenz zu den Illustrationen eines prominenten Arolseners«, erläutert Claudia Schultz, Geschäftsführerin der Hessischen Kulturstiftung. Mit der Sonderausstellung »Wilhelm von Kaulbach, Goethes Reineke Fuchs und die Sammlung Friedrich von Fuchs« im Schloss Bad Arolsen wurde dies einer breiten Öffentlichkeit vermittelt.

Die Sammlung wird dauerhaft ihren Platz im »Schreiberschen Haus« finden und den Bestand von Werken von Kaulbach mit seinen populären Illustrationen von Reineke Fuchs ergänzen. Geschäftsführerin Schultz: »Dies ist ein bedeutender Zuwachs für die Sammlung des Museums und zugleich ein großartiger Zugewinn für das Land Hessen.«

Wilhelm von Kaulbach hat Mitte des 19. Jahrhunderts einen ganzen Zyklus von Illustrationen zu »Reineke Fuchs« geschaffen, jener Tierfabel, der rund 50 Jahre zuvor Johann Wolfgang von Goethe ein teils satirisches literarisches Denkmal gesetzt hatte. »Goethes Reineke Fuchs, illustriert von Wilhelm Kaulbach, ist auch heute noch ein Kleinod des illustrierten Buches«, heißt es anlässlich der Sonderausstellung in Arolsen.

Die Kaulbach’schen Bilder inspirierten zahllose weitere Künstler zu Darstellungen des Fuchses – gezeichnet, gemalt, als Plastiken in Porzellan, Meerschaum, Elfenbein, Metall. Als Schachfiguren, Pfeifenköpfe, Zinnfiguren, Gläser, auf Tellern und Tassen oder Kannen, aber auch auf Möbeln. Just diese Stücke aus der zweiten Hälfte des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts hat von Fuchs mit einem hohen Maß an Leidenschaft zusammengetragen. Damit ist die Sammlung »Reineke Fuchs in der Kunst« in ihrer Art einzigartig.

Darüber hinaus hat der Lindener eine umfangreiche Sammlung an Literatur zu Reineke Fuchs angelegt, auch diese hat eine neue Adresse: Die Fuchs’sche Bibliothek ist in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek, eine Forschungsbibliothek für Literatur- und Kulturgeschichte in Weimar, eingegliedert und wird dort der Nachwelt bewahrt.

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