20. August 2018, 22:01 Uhr

Raffiniert arrangierte Dauerbrenner

20. August 2018, 22:01 Uhr
Das Dorado Quintett im »Alten Pferdestall«. (Foto: jou)

Persönlichem Kontakt war das Zustandekommen des vierten Kammerkonzerts im Rahmen der Reihe »Musik und Sprache« in der Hessenbrückenmühle zu verdanken: Seit ein paar Jahren erhält Veranstalterin Dr. Evelyn Sachsenberg Violinunterricht bei Alexander Liogonkiy, dem ersten Geiger des Dorado Quintetts. Das 2015 gegründete internationale Ensemble wurde komplettiert durch Evgeni Orkin (Klarinette), Hayley Bullock (2. Violine), Irina Semakova (Viola) und Dmitrij Gornowskij (Cello).

Technisch wie gestalterisch am meisten zu glänzen vermochte der Klarinettist, dies zeigte sich schon zu Beginn des Konzerts, bei Wolfgang Amadeus Mozarts Quintett A-Dur KV 581. In feinen Schattierungen zeichnete Orkin die kantable Melodie beim Kopfsatz, auch die Streicher spielten recht farbintensiv. Bei der im Tempo genau ausgeloteten Interpretation ließ sich der formale Aufbau anschaulich nachvollziehen, derart klar musizierte das Ensemble. Besonderen Zauber verströmte das Larghetto mit seiner beschaulichen Sphäre. Dabei gaben die filigranen Verzierungen der Klarinette der Musik eine quasi improvisatorische Note. Die vielfältigen Finalvariationen rundeten das ansprechende Gesamtbild ab.

Leichtere Unterhaltung boten danach die beiden Alt-Wiener Tanzweisen »Liebesleid« und »Liebesfreud« von Fritz Kreisler. Gefühlvoll vorgetragen, luden sie mit schwärmerischem Ausdrucksgestus zum Schwelgen ein. Vergnügen bereitete auch der »Pomp and Circumstance March« Nr. 1 von Edward Elgar; bei der berühmten ohrwurmhaften Hymne summten nicht wenige Besucher mit.

Als zweites Hauptwerk stand Carl Maria von Webers Quintett B-Dur op. 34 auf dem Programm. Im eröffnenden Allegro verbanden sich spielerisch-leichte Züge mit leidenschaftlicher Dramatik. Die Darbietung verbreitete in hohem Maße geistige Spontaneität. Wie schon bei Mozart stach am meisten die künstlerische Souveränität des Klarinettisten hervor. Für ein spezielles Erlebnis sorgte der fantasieartige zweite Satz – selbst bei sacht hingehauchten Pianissimo-Tönen des Holzblasinstruments hielt die intensive Stimmung an. Demgegenüber standen das elanvolle Menuett und lebensbejahende Rondo-Finale.

Einen entspannenden Abschluss bildeten die beiden raffiniert arrangierten Dauerbrenner »Oblivion« und »Libertango« des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla. Für den begeisterten Applaus dankte das Dorado Quintett mit einer Zugabe.

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