10. Februar 2019, 09:15 Uhr

Radweg

Radweg-Tunnel bei Freienseen ist zu teuer

Auf einer ehemaligen Bahntrasse in Laubach entsteht ein neuer Radweg. Bei Freienseen sollte er durch einen 150 Meter langen Tunnel führen. Daraus wird nichts.
10. Februar 2019, 09:15 Uhr
Die alte Bahntrasse oberhalb von Röthges (Foto) wird zum Radweg ausgebaut. Der zunächst vorgesehene Abschnitt vom »Laubacher Wald« bis Freienseen wird zurückgestellt und – nach dem Scheitern der Tunneldurchfahrt – neu geplant. (Foto: tb)

Die Touren auf dem »Vulkanradweg« im Vogelsberg sind ein touristisches Highlight. Seit Jahren ist denn auch Laubach bestrebt, Radwanderer mit solch ferneren und vor allem höheren Zielen, in der Spitze immerhin gut 750 Meter über Normalnull, durch seine Gemarkung zu führen.

Noch besser: dort zu halten, wenigstens zeitweise. Keineswegs vergessen aber sei: Die alte Residenzstadt selbst hat genug im Angebot für »Pedalritter«. Nicht zuletzt dank der Vernetzung mit Nachbarkommunen.

Einiges ist da in jüngerer Zeit hinzugekommen: Mit Landesmitteln wurden zuletzt die Trassen vom »Sträuches« oberhalb von Röthges nach Villingen und von der Kernstadt bis zum Gasthaus »Laubacher Wald« ausgebaut, dafür das alte Gleisbett der Bahnstrecke Mücke–Hungen asphaltiert.

 

Teil der Arbeiten nahezu vollendet

Was nur die »dicksten Brocken« sind, einiges mehr wurde erledigt, erwähnt sei hier einzig die E-Bike-Route durch den Ostkreis samt kulturhistorischer Wegweisungen.

Auch in diesem Jahr investiert die Kommune in die Umnutzung der ehemaligen Bahntrasse. Allerdings nicht wie geplant und 2016 vom Stadtparlament beschlossen.

Nachdem die Arbeiten von Laubach (Querung B 276) zum »Laubacher Wald« nahezu vollendet sind, sollte der anschließende Abschnitt Richtung Freienseen an der Reihe sein.

Sollte den Radwanderern kurz vorm Ende der Strecke, am »Galgenberg«, eine Attraktion geboten werden: Wie dereinst die Seentalbahn, 1958 stillgelegt, wären sie in einen rund 150 Metern langen Tunnel eingetaucht. »Bedauerlicherweise jedoch«, so Rathauschef Peter Klug, »mussten wir davon Abstand nehmen.«

 

Wunschtraum bleibt

Wie Bauamtsleiter Martin Bouda in der jüngsten Sitzung der Parlamentsausschüsse ergänzte, wäre die Sache für die Stadt »wahnsinnig teuer« gekommen. Nicht nur wegen der Preisvorstellung des Eigners, auch wegen der Instandsetzungs- und Unterhaltungskosten. Künftige Nutzer des Abschnitts schauen also nicht in die Röhre. Oder eben doch.

Die Trasse soll nun um die Erhebung herum geführt werden. Wofür es aber noch Gespräche mit dem Waldbesitzer, Graf Solms, sowie der Abstimmung mit Fachbehörden und der Förderstelle des Landes bedarf. Ein nicht unerheblicher zeitlicher Aufwand.

Um das Projekt »Gesamtradwegenetz« dennoch voranzutreiben, schlägt die Verwaltung eine Priorisierung vor: Der dritte Abschnitt, von Röthges (»Sträuches«) via Wetterfeld bis zum Laubacher Gewerbegebiet, soll vorgezogen werden.

 

Geld im Haushalt steht bereit

Beide Fachausschüsse empfahlen in ihrer jüngsten Sitzung die Planänderung zum Beschluss durchs Stadtparlament – mehrheitlich, bei Neinstimmen von SPD, FBLL und BfL.

Läuft weiter alles nach Plan, vor allem was den Eingang der Landesfördermittel in Höhe von rund 70 Prozent angeht, soll 2020 gebaut werden. Ach ja, die Kosten für die Stadt: Im Haushalt sind hierfür 350 000 Euro ausgewiesen.

Dass die Umfahrung des Tunnels nun erste Option sein müsse, die Touristiker aber weiter auf die Erfüllung dieses »Wunschtraums« hoffen, merkte dazu Markus Stiehl als Leiter des Kultur- und Tourismusbüros an. Mit der neuen Priorisierung habe man auf jeden Fall Zeit gewonnen.

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