22. Mai 2018, 22:43 Uhr

»Promilleweg« oder echte Straße?

22. Mai 2018, 22:43 Uhr
Der Branntweinweg bei Espa ist ein schmaler Feldweg, wird allerdings so stark wie manch andere offizielle Straße genutzt. (Archivfoto: Geck)

Der Name »Branntweinweg« weckt viele Assoziationen. Dass es sich dabei allerdings nicht um einen reinen Promilleweg handelt, beweisen die Nutzungszahlen: 2012 wurden in einer Erhebung 700 Fahrzeuge gezählt – und das, obwohl es sich eigentlich um eine nur für landwirtschaftlichen Verkehr zugelassene Verbindung handelt. Zum Vergleich: Genauso viele Fahrzeuge nutzen täglich legal die Verbindung von Niederkleen nach Dornholzhausen. Viele nutzen den Feldweg allerdings als Abkürzung, um beispielsweise auf die Autobahn 5 nach Frankfurt zu kommen. Deshalb wird auch schon seit Längerem ein Ausbau des Weges bei Espa als Gemeindestraße im Gemeindeparlament diskutiert. Nun könnte es zu einer vorerst endgültigen Entscheidung kommen.

Zuletzt hatte sich die Verwaltung um eine Förderung für den Umbau der Kreuzung mit der Verbindungsstraße nach Espa bemüht. Doch Hessen Mobil hat abgewunken: Das Projekt sei nicht förderfähig. Begründet wird dies mit der Breite und dem Zustand des Branntweinwegs. »Der Knotenpunkt selbst entspricht zwar den baulichen Vorschriften, führt aber auf einen nur drei Meter breiten befestigten Wirtschaftsweg.« Durch einen Ausbau würde dieser »Schleichweg« nur noch stärker genutzt werden.

Der beidseitige Ausbau mit Rasengittersteinen des Branntweinwegs sei zudem keine Verbesserung für den Begegnungsverkehr. Fazit Hessen Mobil: »Der Weg wird den steigenden Verkehrslasten durch den Ausbau des Knotens nicht standhalten und das Unfallrisiko wird unnötig erhöht.« Gefördert würde die Kreuzung nur, wenn der Branntweinweg ebenfalls auf 4,50 Meter Breite ausgebaut würde. Nur: Das würde teuer werden.

Zu diesem Schritt konnten sich die Gemeindevertreter in den vergangenen Jahren nicht durchringen. Zuletzt war ein Ausbau des Verbindungsweges »in kleinstmöglichem Umfang« angestrebt worden. Doch selbst das würde nicht billig werden. Die Anbindung allein würde nach letztem Stand 350 000 Euro kosten. Bürgermeister Horst Röhrig plädierte seit Jahren dafür, den Weg grundhaft zu sanieren, an die Landesstraße anzubinden und in eine offizielle Gemeindestraße umzuwandeln. Da der Anschluss an die Landesstraße Butzbach-Espa auf Butzbacher Gebiet liege, müsse man darüber zudem mit der Nachbarstadt sprechen. Auch die CDU hatte sich für den Ausbau ausgesprochen, zudem waren Gelder im Langgönser Haushalt für den Branntweinweg eingestellt worden.

Wie es nun in Sachen Branntweinweg weitergeht, wird in der nächsten Sitzung des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses am 6. Juni diskutiert. Er tagt um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Cleeberg. Weitere Themen sind dabei unter anderem das Konzept für den Friedhof Oberkleen sowie ein Carsharing-Angebot in der Gemeinde. Die Sitzung ist öffentlich.

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