18. Dezember 2018, 22:17 Uhr

Pohlheimer Delegation übergibt Resolution

18. Dezember 2018, 22:17 Uhr

Pohlheim/Berlin (pm). Beschäftigte in Werkstätten für Menschen mit Behinderung arbeiten ebenso wie andere Menschen, je nach ihren Möglichkeiten, mit aller Kraft jeden Tag für das Erreichen der gesteckten Ziele. Der Werkstattlohn reicht jedoch nicht, um den Lebensunterhalt sicherzustellen. Individuelle Leistungen, wie zum Beispiel Grundsicherung oder Wohngeld, müssen immer wieder von unterschiedlichen staatlichen Stellen beantragt werden. Darauf machte nun eine Delegation aus Pohlheim aufmerksam. Sie besuchte den Bundestagsabgeordneten Hermann Otto Solms (FDP) und übergab ihm eine Resolution.

Acht Personen mit geistiger Behinderung und chronisch-psychischen Erkrankungen, die durch Vermittlung der Lebenshilfe Gießen im Rahmen von betriebsintegrierten Beschäftigungsplätzen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sind, machten sich, begleitet von zwei Betreuern, auf den Weg nach Berlin. Bianca Bär, Katja Kalisch, Andrea Dörfler, Sabine Heimrich, Christopher Brandbeck, Jörg Malkowsky, Kjell Tewer sowie Daniel Hafner besuchten zunächst den Bundestag und dort eine Informationsveranstaltung. Danach übergaben sie an den Alterspräsidenten des Bundestags eine Liste mit den von den Werkstatträten der Lebenshilfe Gießen gesammelten Unterschriften.

Auszahlung von einer Stelle

Anlass hierfür war das Plädoyer für eine Reform der Auszahlung der Entgelte von Werkstätten für behinderte Menschen in Deutschland. Gefordert wird von zahlreichen Sozialverbänden und Selbsthilfevertretungen die Auszahlung eines gebündelten Betrags, über den die Beschäftigten selbst bestimmen können. Der Grundbetrag, der Steigerungsbetrag, das Arbeitsförderungsgeld sowie die Grundsicherung für den Lebensunterhalt sollen zukünftig nicht mehr bei unterschiedlichen staatlichen Stellen als Sozialhilfe und Alimentierung beantragt werden müssen, was Betroffene vielfach als stigmatisierend empfinden.

»Eine Auszahlung ›wie aus einer Hand‹ durch die Werkstatt wäre für die einzelnen Beschäftigten mit einer höheren Wertschätzung verbunden«, sagte Petra Emin, Leiterin Fachdienst berufliche Integration (BIB) der Lebenshilfe Gießen, die die Fahrt nach Berlin gemeinsam mit Ruth Vesper begleitete. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen reichte erst kürzlich einen Antrag für eine Gesetzesänderung ein – dieses Anliegen soll durch die von der Pohlheimer Delegation eingereichte Unterschriftenliste untermauert werden. Solms sagte zu, sich um das Anliegen zu kümmern.

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