02. November 2018, 21:12 Uhr

Ohne Helfer nicht zu stemmen

02. November 2018, 21:12 Uhr
In Gießen werden die Essenskörbe mit Lebensmitteln für die Lindener Tafel bestückt. 124 Personen sind allein in dieser Kreisgemeinde Nutzer des Angebots. (Foto: con)

Zehn Jahre ist es mittlerweile bereits her, dass die Tafel in Linden das erste Mal Bedürftigen half. Am 17. Oktober 2008 eröffnete die Ausgabestelle. Seitdem verteilen jeden Freitagnachmittag verteilen Mitarbeiter Lebensmittel im evangelischen Gemeindehaus in Leihgestern. Am heutigen Samstag nun wird das Jubiläum im Rahmen eines Tags der offenen Tür ab 14 Uhr in der Ausgabestelle in der Leihgesterner Kirchstraße gefeiert.

Elf Helfer versorgen Woche für Woche die Lindener, fünf von ihnen sind seit der ersten Stunde dabei. Insgesamt sind es 43 Haushalte mit 124 Personen, davon 33 Kinder, die von ihrer Arbeit profitieren. »Etwa die Hälfte der Nutzer sind Alleinstehende und Rentner. Das sagt einiges über unseren Sozialstaat aus«, sagte Bernd Reuter, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Und: »Es gibt auch eine Warteliste, weil wir in Linden an unsere Grenzen stoßen.« 32 weitere Haushalte können aus Kapazitätsgründen nicht beliefert werden. »Jeder, der die Tafel nutzen möchte, muss einen Bedürftigkeitsnachweis erbringen«, erklärt Reuter. Damit soll ausgeschlossen werden, dass sich jemand Leistungen erschleicht.

Essenskörbe zentral gepackt

Insgesamt versorgen 300 Ehrenamtler rund 2800 Nutzer der Gießener Tafel. Neben der Ausgabestelle in Linden gibt es weitere in Allendorf/Lumda, Pohlheim, Reiskirchen, Lollar und natürlich Gießen. Bei der Tafel spricht man von »Nutzern«, nicht von »Kunden«. Denn natürlich arbeitet die Tafel ohne Kostendeckung: Zwar wird von den Nutzern ein kleiner Beitrag verlangt, doch dieser deckt nicht einmal die Hälfte der Kosten. »Den Rest finanzieren wir über Spenden«, sagt Reuter.

Was die Nutzer in den vorbereiteten Essenskörben bekommen, darauf haben sie (meist) keinen Einfluss: »Alle bekommen das Gleiche«, erklärt Reuter. Alle Essenskörbe, die in die Ausgabestellen gehen, werden zentral in Gießen verpackt und dann ausgeliefert. »Aber natürlich gibt es auch Vegetarier, Veganer oder Muslime unter den Nutzern. Das versuchen wir zu bedenken.«

Auch der integrative Gedanke ist bei der Arbeit vorhanden: Verschiedene Kulturen, Herkunftsverhältnisse und Religionen zu einer Gemeinschaft zu verbinden – das ist eines der Leitziele der Tafel.

Wie bei allen Tafeln würde auch bei der Lindener nichts ohne die ehrenamtlichen Helfer gehen, erklärt Reuter. Doch etwas zeichnet sie besonders aus: »Die Kirchengemeinde unterstützt uns, wo sie nur kann und stellt uns auch hervorragende Räumlichkeiten zur Verfügung. Man muss den Hut ziehen vor all den Ehrenamtlichen, die uns unterstützen.«

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