06. September 2018, 21:31 Uhr

Nutzungsideen für Bankgebäude

06. September 2018, 21:31 Uhr
Das ehemalige Volksbankgebäude in Cleeberg. (Foto: se)

Nichts unversucht lässt die Gemeinde Langgöns, um für zusätzlichen, bezahlbaren Wohnraum zu sorgen. Das wurde auch wieder bei der Sitzung des Bau-und Infrastrukturausschusses deutlich, als Bürgermeister Horst Röhrig die Projektstudie »FS-Home – Bezahlbarer Wohnraum« vorstellte. Diese Studie fußt auf dem von der Firma Faber und Schnepp sowie Prof. Maik W. Neumann (THM Mittelhessen) entwickelten System »FS-Home«, ein Raummodul, das im Werk nahezu komplett ausgestattet wird und auf der Baustelle sehr schnell zusammengesetzt werden kann.

»Der Gebäudeentwurf sieht derzeit zwei Vollgeschosse und zwei Staffelgeschosse vor«, heißt es in der Erläuterung der Planer. »Damit ist eine wirtschaftliche Ausnutzung des Grundstücks besser erreichbar.« Das Gebäude wirke zudem lärmmindernd. Standort könnte eine Teilfläche des ehemaligen Bahngeländes nördlich des Bahnhofs Lang-Göns sein, nordöstlich der Einmündung Hellersberg in die Jahnstraße. Hier verläuft zwar auch die Main-Weser-Bahn, allerdings hinter einer Schallschutzwand.

Vorteil dieses Areals wäre, dass sich bereits 1749 Quadratmeter im Besitz der Gemeinde befinden. Das wäre Platz genug für 16 Wohnungen. Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, dass dieses Projekt weiterverfolgt werde. Gleiches ergab die Abstimmung im Ortsbeirat Lang-Göns, der aber nicht beschlussfähig war.

Erneut wurde über neue Standorte für Gewerbegebiete diskutiert, die man für den Regionalplan Mittelhessen benennen will. Das Ackergelände westlich Perchstetten wollen die Landwirte erhalten. Als Alternative wurde das Gebiet Am Steinacker, ebenfalls westlich der A 485, genannt. Gegen ein Gewerbegebiet in den Gemarkungen Am Krummen Stück und Am Berg protestierten die Grünen, da hier eine der größten Feldhamsterpopulationen Hessens lebt. »Den Hamster verdrängen?«, fragte Annette Mulitze (Grüne). »Das geht nicht!«

Ortsbeirat gegen Wohnnutzung

Die Sanierung der alten Turnhalle in Niederkleen rückt derweil in weite Ferne. Der Gießener Architekt Thomas Jungherr schätzte die Kosten für eine Sanierung, bei der zwangsläufig ein neuer Boden eingezogen werden muss, auf mehr als 461 000 Euro. Röhrig schlug den Vereinen und anderen Nutzern vor, lieber das Bürgerhaus zu nutzen. Die Fraktionen beraten nun über das weitere Vorgehen.

Der Vorschlags des Ortsbeirats Cleeberg, das leer stehende ehemalige Volksbank-Gebäude als multifunktionales Vereinsheim zu nutzen, stieß auf fruchtbaren Boden. Das Gebäude soll nun besichtigt werden, um zu entscheiden, ob die Gemeinde es ankauft. Eine Nutzung als Wohnraum lehnt der Ortsbeirat ab, da es hier zu Nutzungskonflikten mit dem Dorfgemeinschaftshaus kommen könne.

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