07. Dezember 2018, 18:10 Uhr

Prostitution

Neues Bordell im Hungener Gewerbegebiet

So etwas nennt man Nutzungsänderung: Ein ehemaliges Wohn- und Geschäftshaus in Hungen wird zum Bordell umgebaut.
07. Dezember 2018, 18:10 Uhr

Von Ursula Sommerlad , 1 Kommentar
(Foto: dpa/Symbolbild)

In ein ehemaliges Wohn- und Geschäftshaus in der Mohastraße in Hungen, in dem früher eine Dachdeckerei ansässig war, werden künftig Prostituierte ihrem Gewerbe nachgehen. Der Landkreis hat mit Baugenehmigung vom 24. Juli 2018 die Nutzungsänderung zu einem Bordell baurechtlich genehmigt.

Das Thema kam am Mittwoch in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses zur Sprache. Wie in allen Kommunen des Landkreises Gießen wird momentan auch in Hungen über das Prostituiertenschutzgesetz beraten. Es trat am 1. Juli 2017 in Kraft und weist die Zuständigkeit u.a. für Anmeldung und Beratung von Prostituierten den Kommunen zu. Doch die Verwaltungen von Kleinstädten wie Hungen sind dafür nicht gerüstet. Deshalb wollen sie die Aufgabe dem Landkreis übertragen. Auch der Haupt- und Finanzausschuss in Hungen hat die dafür notwendige öffentlich-rechtliche Vereinbarung einstimmig genehmigt.

Runter von der Umgehungsstraße, einmal rechts abbiegen und schon ist man da: Das neue Bordell im Hungener Gewerbegebiet ist verkehrsgünstig gelegen.	(Foto: est)
Runter von der Umgehungsstraße, einmal rechts abbiegen und schon ist man da: Das neue Bord...

Die Ausschussmitglieder gingen eigentlich davon aus, dass sie den Beschluss eher pro forma fassen. Aber dann überraschte sie der Bürgermeister mit der Mitteilung: »Es gibt so eine Einrichtung. Im Drei-Schicht-Betrieb.«

Weder die Stadt noch der Kreis haben eine rechtliche Möglichkeit, ein Bordell an diesem Standort im Gewerbegebiet Landwehr zu verhindern. »Bordellbetriebe werden nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung baurechtlich als ›Gewerbebetriebe aller Art‹ eingestuft und sind dort grundsätzlich zulässig«, teilte die Pressestelle des Landkreises auf Anfrage mit. Auf die beantragte Baugenehmigung habe somit ein Anspruch bestanden. Die Antragsteller mussten dafür nur die üblichen Unterlagen wie Baupläne und Berechnungen vorlegen. Auch zu den Öffnungszeiten haben sich geäußert: sonntags bis mittwochs von 11 bis 4 Uhr und donnerstags bis samstags von 11 bis 5 Uhr.

Noch aber scheint der Betrieb nicht angelaufen zu sein, gestern Vormittag jedenfalls waren in dem Gebäude Bauarbeiten zu beobachten.

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