27. August 2018, 21:28 Uhr

Neue Wurzeln nach wenigen Tagen

27. August 2018, 21:28 Uhr
Der Besucherandrang auf der Klimaforschungsfläche ist groß. (Foto: con)

Wie sieht die Erde in 30 Jahren aus? Das herauszufinden ist das Ziel der Umweltbeobachtungs- und Klimafolgenforschungsstation der JLU Gießen in Leihgestern. Seit 1993 gibt es die Forschungsstation und seit 1998 läuft hier ein groß angelegtes Freiland-CO2-Anreicherungsexperiment (GiFACE – Giessen Free-Air Carbon Dioxide Enrichment).

Zum Tag der offenen Tür konnten am Sonntag interessierte Bürger einen Einblick in die Arbeit auf der Klimaforschungsfläche erhalten: Seit 20 Jahren untersuchen Gießener Forscher auf der Fläche am Ortsrand von Leihgestern den Klimawandel und seine Folgen. Die Anlage ist damit eine der weltweit am längsten laufenden Freilandeinrichtungen zu diesem Thema. Auf der Wiese simulieren sie mit sogenannten FACE-Anlagen die Atmosphäre im Jahr 2050. Die ringförmigen Anlagen sind acht Meter groß und reichern den Kohlenstoffdioxid-Gehalt in der Umgebungsluft um 20 Prozent an – das ist der für das Jahr 2050 erwartete Wert.

An verschiedenen Teststationen werden die Auswirkungen auf die Umwelt beobachtet – etwa die Auswirkungen des hohen CO2-Werts auf das Wachstum von Bodenpflanzen. Dazu wird das Wurzelwachstum mittels Bohrkernen untersucht. Und so ganz nebenbei gibt es auch immer wieder einmal Erkenntnisse zu aktuellen Vorgängen, etwa der wochenlangen Trockenheit in diesem Sommer. Hier haben sich nur wenige Tage nach dem ersten Regen wieder neue Wurzeln gebildet. Zu Forschungszwecken wird auch auf Drohnen gesetzt, mit denen man bestimmte Entwicklungen aus der Luft beobachten und messen kann.

Über den gesamten Tag hinweg stellten die Forscher ihre Arbeit und die bisherigen Ergebnisse vor. Dazu gehört auch, dass die mit CO2 »gedüngten« Pflanzen keine höhere CO2-Speicherung im Boden bewirkten: Zwar kommt es durchaus zu einem steigendem Wachstum bei den Pflanzen – dieses liegt allerdings nur bei Temperaturen und Witterungseinflüssen vor, die dem langzeitlichen Mittel entsprechen. Gerade in sehr trockenen Jahren können sich die Einflüsse sogar ins Negative verschieben. Das trifft auch auf andere Treibhausgase zu. Die Natur wird den Anstieg der atmosphärischen CO2-Konzentration nicht bremsen.

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