09. Juli 2018, 21:47 Uhr

Neubau für die Feuerwehr

09. Juli 2018, 21:47 Uhr
Auf dieser Wiese an der Grünberger Straße gegenüber der Tankstelle (Bildhintergrund) soll das Feuerwehrgerätehaus von Geilshausen neu gebaut werden. Der Standort liegt am Ortsausgang in Richtung Kesselbach. (Foto: vh)

Knapp 50 Zuhörer, überwiegend Einsatzkräfte der Feuerwehren, wollten im Bürgersaal Londorf die politische Entscheidung über das Feuerwehrgerätehaus von Geilshausen persönlich miterleben. Es gab vier einzelne Abstimmungen, rege Diskussionen und eine Stellungnahme von Markus Titz (FW), dem Ortsvorsteher von Geilshausen. Die Entscheidung für den Neubau und somit gegen eine Ertüchtigung (Umbau/Anbau) des Altgebäudes fiel mit der knappen Mehrheit von zwei Stimmen. Dass der Neubau auf der Wiese an der Grünberger Straße (gegenüber der Tankstelle) errichtet werden soll, lehnte nur ein Gemeindevertreter ab.

Fahrzeughalle und Sozialgebäude

Bereits 2008 hatte der Technische Gebäudeprüfdienst am Gerätehaus Mängel festgestellt. 2010 wurde nachgebessert, die zu schmale Einfahrt vergrößert, sogar ein extra Stahlträger eingesetzt. Die allgemeine Unzulänglichkeit des Gebäudes blieb jedoch weitgehend erhalten. Schließlich empfahl der Bauausschuss am 16. April dieses Jahres den Neubau auf dem gemeindeeigenen Festplatz sowie den Aufstellungsbeschluss für den notwendigen Bebauungsplan. Diese Empfehlung hätte das Gemeindeparlament per Beschluss noch bestätigen müssen. Dazu ist es nicht mehr gekommen.

Zwischenzeitlich hatte Rabenau mit Florian Langecker einen neuen Bürgermeister gewählt. Kreisbrandinspektor Mario Binsch hatte den Standort Festplatz kritisiert – wegen einer aus Sicht der gesetzlichen Hilfsfrist ungünstigen Lage. Langecker hatte zumal erfahren, dass der Grundstückseigentümer (Standort Tankstelle) verkaufswillig sei, das war er zuvor angeblich nicht. Außerdem könne die Gemeinde oberhalb des Festplatzes zwei Baugrundstücke ihrerseits einem Interessenten aus der Nachbarschaft verkaufen. Somit wäre der Grundstückserwerb für einen Neubau kostenneutral.

In seiner Sitzung am 18. Juni änderte der Bauausschuss seine Empfehlung pro Standort Tankstelle um. Der Finanzausschuss machte sich am 26. Juni ebenfalls für den möglichen Neubau am Ortsausgang stark. Der Planentwurf dafür liegt bereits vor. Das Büro Schmitt & Kollegen hatte ihn am 16. April im Bauausschuss erläutert. Die Gebäudestruktur sei flexibel und daher auf jedem Grundstück auszuführen, hieß es. Das Gebäude ist zweigeteilt: Eine Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen und ein Sozialgebäude. Rund 1,1 Millionen Euro hat das Büro kalkuliert. Gebaut werden kann immer noch nicht. Es gibt noch eine Hürde. Aufgrund des neuen Standorts Tankstelle müssen die Gemeindegremien den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan (bisher Festplatz) neu formulieren. Doch das scheint zweitrangig. Für den Erhalt von Fördergeld durch das Land Hessen (165 000 Euro) musste das Parlament vor dem 1. August den Neubau faktisch beschließen. Das ist jetzt erfolgt.

Bei der regen Abschlussdiskussion stand der Kostenvergleich im Vordergrund. Wie Michael Harnack (CDU) rechnete, kämen noch Kosten für die Außenanlagen und vermutliche Preissteigerungen hinzu. Bei der Nutzungsdauer von 50 Jahren könnten jährlich 30 000 Euro für Kreditzinsen und Abschreibung anfallen. Der Rabenauer Schuldenberg steige um weitere 1,2 auf 17,9 Millionen Euro. Für die Variante »Ertüchtigung des Gerätehauses am Sportplatz«, die laut Büro Schmitt 325 000 Euro kosten soll, stellte Harnack keine weiterführende Berechnung an. Der Kinderspielplatz hätte nämlich umverlegt werden müssen zum Dorfgemeinschaftshaus.

Geringere Folgekosten

Ottmar Lich (FW) bekräftigte, »die Baukosten steigen derzeit«, aber ein Neubau verursache geringere Folgekosten. Er begrüße daher den Antrag der Grünen, beim Neubau kostenoptimiert zu bauen durch Modulbauweise (Funktionsgebäude) und Fertigbauweise (Halle). Diesen Antrag beschlossen die Gemeindevertreter einstimmig.

Bärbel Schomber (SPD) nannte den Neubau »nachhaltig«. Die Feuerwehr Geilshausen habe immerhin 27 Aktive »mit Luft nach oben«. In der Vergangenheit habe die Ertüchtigung (»Flickschusterei«) von Gerätehäusern »Unsummen« gekostet.

Geilshausens Ortsvorsteher Markus Titz (FW) zeigte Unverständnis für den schwierigen Entscheidungsweg hin zu einem Neubau. Titz: »Ich schäme mich für unsere Feuerwehr«. Der jetzige Standort am Sportplatz biete zu wenig Platz für Autostellplätze der Aktiven. Die Anfahrt hierher sei überaus umständlich. Ottmar Lich, Egon Kellermann (CDU) und Uwe Höres (SPD) wollten die Abwägung Umbau oder Neubau noch mal in die Ausschüsse verweisen. Die Mehrheit sah das anders.

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