22. August 2018, 21:28 Uhr

Neu arrangierte Hits

22. August 2018, 21:28 Uhr
Mit gezielt eingesetzten Showelementen verleiht »Naturtrüb« Klassikern der Moderne neue Akzente. (Foto: vh)

Wenn sich vier sangeslustige Herren, denen ein geschultes Auge auf den ersten Blick das seriöse Klassikfach unterstellen würde, überraschenderweise ins Komödiantische begeben, darf man getrost einen Leckerbissen erwarten. Manch ein Besucher des Hofgut-Theaters Rabenau in Odenhausen dürfte insgeheim gezögert haben, ob er das ungewöhnliche Experiment wagen solle, nur um nachher festzustellen, hier sei er goldrichtig gewesen. Das Männerquartett »Naturtrüb«, eine Hommage an den Apfelsaft (!), sang bekannte Hits aus der Hitparaden-Ära neu arrangiert und a cappella.

Jörg Hoffmann (1. Tenor), Hartmut Reyl (Bass), Benjamin Brüstle (2. Tenor) und Andreas Dotzauer (Bariton) haben Chorerfahrung in den unterschiedlichsten Ensembles gesammelt, etwa bei den »Klangfarben Gießen« oder im Jazzchor Hessen, und sorgten bereits mit ihrem »komödiantischen Kriminalkonzert« für Heiterkeit der Oberklasse. Aktuell wird die Hitparade zelebriert. Hoffmann hat die meisten Lieder, allesamt Ohrwürmer und unsterblich, auf die Bedürfnisse des Quartetts umgeschrieben.

Intelligente Aufarbeitung

Das Gestaltungsprinzip entpuppte sich im Verlauf des Konzerts zunehmend deutlicher, sodass auch alle vormaligen Zauderer schlussendlich auf Linie lagen, seriöse Grundprinzipien über Bord warfen und ihrer Begeisterung freien Lauf ließen. Wie gestaltet man aber jene unsterblichen Lieder, die nach Jahren oder Jahrzehnten noch erinnert werden. Etwa »Tausendmal berührt« (Klaus Lage Band), »Girls, Girls, Girls« (Sailor), »Pretty Woman« (Roy Orbison), »Und immer wieder geht die Sonne auf« (Udo Jürgens) oder »Ich hab noch Sand in den Schuhen aus Hawaii »(Bata Illic)?

Die Antwort ist vermeintlich ganz einfach: Jedes Lied wird von einer dazu passenden Hauptstimme in möglichst authentischer Klangfarbe vorgetragen. Die übrigen Sänger untermalen den Text mit rhythmischen Begleitgeräuschen und einfachen Rhythmusinstrumenten. Verschiedene Kostüme und Perücken gehören zur Show, ebenso Gestik und Ganzkörperbewegung. Manchmal erklingen die Töne gewollt höher wie das Original. Viel intelligente Aufarbeitung steckt hinter alle dem. Die Sache ist keinesfalls simpel, sondern musikalisch astrein ausgesteuert.

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