26. August 2018, 18:00 Uhr

Störche

Nach 50 Jahren ist der Weißstorch in der Hungener Kernstadt zurück

Ein halbes Jahrhundert gab es keinen Weißstorch mehr in der Hungener Kernstadt. Doch in diesem Jahr hat sich ein Paar in der Hubbachniederung niedergelassen und drei Jungstörche aufgezogen.
26. August 2018, 18:00 Uhr
Die Hungener Störche haben Nachwuchs aufgezogen. (Foto: pm)

Nach 50 Jahren Abwesenheit sind in Hungen die Weißstörche wieder zurückgekehrt. Auf einem von der Oberen Naturschutzbehörde finanzierten Horst in der Hubbachniederung, in der für die Störche der Tisch in den Wiesen, Feldrainen, Gründlandflächen und Streuobstwiesen reich gedeckt ist, hat sich ein Storchenpaar im Frühjahr niedergelassen, eine Familie gegründet und drei Jungstörche aufgezogen, die inzwischen flügge sind.

Man darf jetzt gespannt sein, ob alle Störche in ihr Winterquartier nach Afrika fliegen, schon geflogen sind, oder ob der ein oder andere den Winter hier verbringen wird, wie es in den letzten Jahren in der Region immer mal wieder vorgekommen ist.

 

Hohe Anpassungsfähigkeit

 

Stephan Kannwischer, Vorstandssprecher des NABU Horlofftal, ist von der Eignung des Lebensraumes für Störche an der Hubbach überzeugt und betonte im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung: »Obwohl Weißstörche gute Flieger und Segler sind und auch weitere Nahrungsflüge unternehmen, besitzen zum Horst nahegelegene Nahrungsgründe mit guter Nahrungsverfügbarkeit eine hohe Anziehungskraft für das Elternpaar, um die vielen futtergefüllten Kröpfe zeitnah in den gierigen Schlund ihrer Zöglinge speien zu können. Deshalb haben sich die Hungener ›Jubiläumsstörche‹ nach 50 Jahren Abwesenheit wohl bewusst in der mit Wiesen, Äckern und Streuobstwiesen vielstrukturierten Hubbachniederung niedergelassen.«

Er fuhr fort, bereits 2015 habe man mit Hilfe der OVAG einen 15 Meter hohen Holzmast mit Horst am Rande der »Teufelswiese« aufgestellt. Die Stadt Hungen, mit der Bereitstellung des Grundstücks, sowie der NABU-Kreisverband Gießen und der NABU Horlofftal, die die Metall- und Holzkonstruktion des eigentlichen Horstaufsatzes finanzierten, haben dieses Projekt unterstützt und ermöglicht, sagte Kannwischer.

 

Jungfernflug im Juli

 

Der »historische« Jungfernflug der drei flügge gewordenen Jungstörche habe noch im Juli stattgefunden. Seitdem begleiten diese ihre Eltern aktiv bei der Nahrungssuche auf Wiesen und Äckern rund um Hungen, verspeisen dabei, um groß und stark zu werden, allerhand Kleingetier, damit sie in den nächsten Jahren selbst als »Klapperstorch« wider den »Demografischen Wandel« auf dem Lande aktiv werden können, freute sich Kannwischer.

Einige Weißstörche überwintern aufgrund der milden Witterung bei uns, andere brechen im Spätsommer zum Vogelzug nach Afrika auf und müssen sich den auch dort stattfindenden massiven negativen Lebensraumveränderungen in ihren Winterquartieren anpassen. Der Storch als Kulturfolger des Menschen passt sich teilweise derart krass an negative menschengemachte Lebensraumveränderungen an, dass er sich dort auf Müllhalden überwiegend von Mäusen und Ratten ernährt.

An den Torturm im Innenhof des Hungener Schlosses mit seinen vier kleinen Ecktürmen, der bis 1968 Heimat des »Hungener Storches« gewesen sei, erinnerte Kannwischer und ergänzte, damals habe man in Würdigung des Brutplatzes Bilder der Störche auf Postkarten gezeigt und angeboten. Er hoffe, dass sich die Störche hier wohlfühlen und auch die beiden anderen Horste in Hungen besetzt werden.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Postkarten
  • Ratten
  • Segelsportler
  • Äcker
  • Hungen
  • Karl-Josef Graf
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 24 - 4: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.