29. Juli 2018, 19:20 Uhr

Mondfinsternis hinter Wolken

29. Juli 2018, 19:20 Uhr
In Oppenrod gucken die Mondfans in die Röhre: Der Himmel bleibt wolkenverhangen. In Langd hingegen lässt sich das Spektakel gut beobachten – und auf der Kamera wird sofort kontrolliert, ob die Bilder was geworden sind. (Fotos: con/pad)

Buseck/Hungen (con/pad). Der sogenannte Blutmond zog am Freitag zahllose Menschen auf der ganzen Welt in seinen Bann. In großen Teilen des Landkreis Gießen wurden Mondfans allerdings enttäuscht. Wie schon »Murphys Gesetz« sagt: »Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen«. So zogen just zur Dämmerung und dem Erscheinen des Mondes nach einem Tag voller Sonne und mit blauem Himmel in weiten Teilen dichte Wolken auf. Sie verdeckten den Blick auf die Mondfinsternis.

So auch im Busecker Ortsteil Oppenrod. Hier wollten rund 40 Besucher beim traditionellen Kneipenabend des Bürgervereins gemeinsam das Himmelsspektakel beobachten. Leider wurde dann daraus nichts – der guten Stimmung bei den Besuchern tat das aber keinen Abbruch. »Da kann man halt nichts machen«, sagte Roland Kauer, Vorsitzender des Bürgervereins. Er freute sich, dass deutlich mehr Besucher als bei den regulären Kneipenabenden den Weg ins Bürgerhaus fanden. Außerdem wusste man sich in Oppenrod zu helfen: Das Schauspiel wurde per Internet und Livestream live aus Griechenland auf die Leinwand geholt. Passend zum Motto des Abends liefen zudem nur »Mondlieder« wie etwa »Walking on the moon« von Police.

 

Freier Blick in Hungen

 

Mehr Glück hatten da schon die Beobachter im Ostkreis: Hier kam beispielsweise in Hungen der Mond kurz nach 22 Uhr hinter den Wolken hervor und zeigte sich in satter, roter Farbe – eben ganz als »Blutmond«. In Langd hatte sich etwa eine Gruppe am Steinköppel versammelt, um zunächst den wunderschönen Sonnenuntergang und später auch die Mondfinsternis zu beobachten. Zu Beginn trübte aber der Dunst in der Atmosphäre die Aussicht auf das Himmelsspektakel. Erst langsam und schon ein deutliches Stück über dem Horizont tauchte der rote Ball am Himmel auf.

Die Ursache für die auffällige Farbe des Erdtrabanten ist übrigens die Lichtbrechung in der Erdatmosphäre. Da das durch die Erdatmosphäre fallende Sonnenlicht nach innen gebrochen wird – wobei vor allem die kurzwelligen blauen Anteile durch Streuung geschwächt werden – wird der Mond im Kernschatten der Erde von den langwelligen roten Anteilen erreicht und bleibt als sogenannter »Blutmond« noch schwach sichtbar.

Besonders für Hobbyfotografen war der Blutmond eine echte Herausforderung: Langzeitbelichtung und Scharfstellen in finsterer Nacht braucht schon etwas Erfahrung und am besten ein Stativ. So manches Foto, was draußen auf dem Minibildschirm der Kamera noch recht gut aussah, fiel am heimischen Computer dann in puncto Qualität doch durch. Im Gedächtnis wird der Anblick der längsten Mondfinsternis dieses Jahrhunderts dennoch bleiben.

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