29. Juni 2018, 22:07 Uhr

Modernes Recycling

29. Juni 2018, 22:07 Uhr
Interessierte blicken hinter die Kulissen bei ZME in Heuchelheim. (Foto: pm)

25 Umweltinteressierte aus ganz Hessen haben auf Einladung der Jugendwerkstatt Gießen die ZME-Elektronik-Recycling GmbH in Heuchelheim besucht. Im Rahmen der Reihe »Wiederverwertung von Rohstoffen«, die von Heike Miehe vom Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau organisiert worden ist, zeigte ZME-Geschäftsführer, Bernhard Jehle, den Teilnehmern in den Werkhallen, wie Elektrogeräte aus ganz Hessen von seinen Mitarbeitern demontiert werden.

Dabei werden die verschiedenen Stoffe, wie beispielsweise Kunststoff, Holz, Platinen, Kabel, Metalle oder Bildröhren von Hand möglichst vollständig getrennt und der weiteren Verwertung zugeführt. An einer in Heuchelheim entwickelten und in Deutschland einzigartigen Anlage zum Recycling von Bildröhren, erläuterte Jehle den Besuchern wie Bildröhren mit Laser aufgeschnitten werden. Auf diese Weise wird das ungefährliche bleifreie Glas von bleihaltigem Glas getrennt.

Detailliert hat Jehle die zum Teil auch kritischen Fragen der Teilnehmer beantwortet. Ein Teilnehmer fragte etwa: »Endet der Schrott unserer Gesellschaft nicht am Ende doch irgendwo im Chinesischen Meer oder in der afrikanischen Wüste?« Einerseits, so Jehle, arbeite man seit vielen Jahren mit ihnen persönlich bekannten Partnern zusammen, andererseits könne er garantieren, dass die Sortenreinheit der ZME dazu führe, dass ein Großteil der Produkte zu 100 Prozent in den Recyclingkreislauf neuer Produktionsmaterialien einfließe. So würden beispielsweise die von ZME ebenfalls verarbeiteten kaputten Stoßfänger von Autos zunächst geschreddert. Anschließend werden in einem Sink-Schwimm-Becken die verschiedenen Stoffe so getrennt, »dass am Ende ein hochwertiges sortenreines Polypropylen-Kunststoffgranulat entsteht, das die Industrie wieder aufkauft«.

Auf die Frage von Pfarrerin Anette Bill, was die Bürger zu einem modernen Recycling beitragen könnten, antwortete Jehle, dass bisher nur 45 Prozent aller Elektrogeräte recycelt werden. »Da ist noch Luft nach oben.« Da beim Recycling alle Elektrogeräte von Hand zerlegt werden, wies der Geschäftsführer darauf hin, Altgeräte möglichst unzerstört bei den kommunalen Sammelstellen abzugeben. In einer grundsätzlichen Diskussion waren sich aber der Chef-Recycler und die Teilnehmer gemeinsam sicher, dass die beste Art das Vermeiden von Billigprodukten ist, die nur eine kurze Lebensdauer haben.

Den sechs Jugendlichen aus der Jugendwerkstatt Gießen riet Jehle dringend, eine qualifizierte Ausbildung anzustreben. Sein Argument: »Wir müssen verstehen, was wir tun.« Außerdem sei man auch mit einer handwerklichen Ausbildung auf längere Sicht Hochschulabsolventen finanziell nicht unbedingt unterlegen.

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