17. August 2018, 22:22 Uhr

Mehrheit in Hungen will kein FOC

17. August 2018, 22:22 Uhr
Nicht nur Gießen macht gegen ein FOC in Garbenteich mobil. Mit Mehrheit hat sich nun auch die Stadtverordnetenversammlung von Hungen in einer Resolution gegen das Projekt ausgesprochen. (Archivfoto: Schepp)

Das in Garbenteich geplanten Factory Outlet Center bereitet nicht nur den direkten Nachbarn Sorgen. Auch die Stadtverordnetenversammlung in Hungen hat sich mehrheitlich gegen die Ansiedlung von 14 000 Quadratmetern Einzelhandel im Speckgürtel von Gießen ausgesprochen. Begründung: Auch für Hungen sei eine Schwächung von Einzelhandel und Gastronomie zu erwarten. 19 von 32 Stadtverordneten stimmten für die von SPD und Grünen vorgelegte Resolution. Sechs waren dagegen, der Rest enthielt sich.

Frank Bernshausen (Grüne) hielt seinen Kollegen die zu erwartenden Auswirkungen eines FOC vor Augen. Laut einer Analyse der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung würden im Umkreis von 30 Minuten Fahrzeit rund um Garbenteich Umsätze von 42 Millionen Euro umverteilt, insbesondere in den Segmenten Kleidung, Schuhe und Sport. Unmittelbar betroffen seien nicht nur Einkaufsstädte wie Gießen, Marburg und Wetzlar, sondern auch kleinere Kommunen. Zudem könnte laut SPD und Grünen auch der Wohnstandort Hungen an Attraktivität verlieren, wenn die Einzelhandelszentren Gießen und Wetzlar ihre Bedeutung einbüßen. Als weitere Kritikpunkte nannte Bernshausen den zusätzlichen Verkehr auf der ohnehin schon stark belasteten A 5 und den Flächenverbrauch.

Doch nicht alle Fraktionen teilen diese Bedenken. Die CDU stimmte geschlossen gegen die Resolution. »Pohlheim soll entscheiden«, sagte Fraktionsvorsitzender Norbert Marsfelde. »Es gibt auch Leute, die das wollen.« Negative Auswirkungen auf Hungener Geschäfte befürchtet er nicht: »Was haben wir hier denn noch an Einzelhandel? Was wollen wir denn da noch retten?« Und was den Flächenverbrauch angehe: »Wenn’s in Garbenteich nicht gebaut wird, wird’s woanders gebaut.« Was Marsfelde ebenfalls missfiel: Die SPD habe die FOC-Pläne frühzeitig als Wahlkampfthema für die Landtagswahl entdeckt.

Die Fraktion der Freien Wähler vertrat keine einheitliche Meinung. Fraktionsvorsitzender Heiko Fritz jedenfalls befürchtet keine direkte Schwächung der Hungen Einzelhändler. »Das Internet ist das größere Problem.« Eine Positionierung der Stadt Hungen gegen das FOC hält er für falsch. »Wir wollen auch keine Einmischung anderer Kommunen.« Man sollte das Ergebnis des Bürgerentscheids respektieren.

Den Vorwurf der Einmischung wollte SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Fellner von Feldegg nicht gelten lassen. »Wir stimmen nicht für Pohlheim ab. Die Resolution ist eine Willensbekundung für die ganze Region.«

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