04. September 2018, 21:46 Uhr

Videodreh im Rathaussessel

Marius Reusch weißt Vorwürfe von sich

04. September 2018, 21:46 Uhr

Nach den Vorwürfen aus Reihen der SPD, Bürgermeisterkandidat Marius Reusch habe im Wahlkampf seine Neutralitätspflicht als Erster Beigeordneter der Gemeinde verletzt, meldet dieser sich nun zu Wort und weißt die Vorwürfe von sich.

Reusch hatte auf seiner Homepage eine Videonachricht veröffentlicht, die ihn im Amtszimmer des Bürgermeisters zeigt. Es soll während der Urlaubsvertretung für Amtsinhaber Horst Röhrig entstanden sein. Ahmet Karadag (SPD) hatte ihm daraufhin eine Verletzung der Neutralitätspflicht als Erster Beigeordnter vorgeworfen.

»Der mir zum Vorwurf gemachte Ort des Videos spielte für dessen Inhalt und Aussage keine wesentliche Rolle. Ich hätte dies genauso im Foyer oder auf dem Vorplatz des Rathauses drehen können, ohne die Grundaussage zu verändern«, schreibt Reusch. Da in dem Video kein Handeln in amtlicher Funktion gegeben war, sehe er auch keinen Verstoß gegen die Neutralitätspflicht. Der Inhalt und Kontext biete ebenfalls keinen Anlass zu den Vorwürfen.

Reusch schreibt, er habe auch bei anderen Gelegenheiten, etwa Geburtstagsbesuchen oder dem Grußwort auf einer Einschulungsfeier darauf geachtet, die Neutralität zu wahren und nicht für sich als Kandidaten zu werben. »Ich habe dies weder erwähnt noch Werbematerial oder Ähnliches verwendet.« Die Neutralitätspflicht könne jedoch genauso nicht bedeuten, dass man sein Amt im Wahlkampf verleugnen müsse, da dies sonst eine Benachteiligung eines Amtsinhabers wäre.

Nachdem er von den Vorwürfen Kenntnis erlangt hatte, habe er das Video umgehend gelöscht, schreib Reusch. »Ich bedauere sehr, dass durch das Video der Anschein erweckt wurde, ich würde einen Wahlkampf mit unlauteren Mitteln betreiben, weshalb ich auch weiter darauf bedacht sein werde, einen fairen, aber engagierten Wahlkampf zu führen.« Dieser sei zwischen ihm und Gegenkandidaten Sabrina Zeaiter bisher fair verlaufen, was er sich auch für die Zukunft wünscht. In Richtung des Anfragestellers Karadag hinterfragt er jedoch, ob es sich bei der Anfrage nicht um ein Wahlkampfmanöver handele.

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