07. August 2018, 21:22 Uhr

»Lust auf Leitung«

07. August 2018, 21:22 Uhr

»Ich wollte vom ersten Schultag an Lehrerin werden«, sagt Julia Schäfer. Dieses Ziel hat sie schon vor einiger Zeit erreicht, nun ist sie noch einen Schritt weiter: Mit einer Feierstunde in der Schulaula ist Schäfer am Dienstag als Leiterin der Goetheschule in Großen-Buseck offiziell ernannt worden.

»Die Stellenbesetzung war nicht ganz einfach«, blickte Heinz Gabler vom Staatlichen Schulamt zurück. Zum 31. Januar waren sowohl die bisherige Schulleiterin Monika Hölkeskamp als auch Konrektorin Renate Kristin in Ruhestand gegangen. Den Stellvertreterinnenposten und zunächst auch die kommissarische Leitung der Grundschule übernahm Katrin Seipp, seit elf Jahren Lehrerin an der Goetheschule.

In Schäfer habe das Schulamt genau die richtige Person für die vakant gewordene Stelle in den eigenen Reihen gefunden. Sie bringe die nötige Erfahrung mit, unter anderem auch für die Gestaltung der Ganztagsbetreuung. Die Goetheschule sei eine »angesehene, große Grundschule mit vielen Kooperationen«. Gabler weiter: »Schule muss ein Ort sein, wo Grundlagen für Solidarität und Demokratie gelegt werden« – gerade in Zeiten von »Brandstiftern in der Bundesrepublik, die keine Alternative sind«.

Die neue Schulleiterin ist gebürtige Gießenerin. Nach dem Referendariat an der Limesschule Pohlheim ging sie 2003 kurzzeitig an die Grundschule Lützellinden. Seit 2003 war Schäfer an der Grundschule Hausen tätig, wechselte dann als abgeordnete Lehrkraft 2017 zum Staatlichen Schulamt. Bereits seit Juni ist die dreifache Mutter an der Grundschule in Großen-Buseck, um die Abläufe kennenzulernen. Schäfer dankte, sichtlich gerührt, ihrer Familie und zahlreichen Wegbegleitern. Sie habe »Lust auf Leitung«. »Lasst uns Gutes und Bewährtes erhalten und gemeinsam entscheiden, welche Entwicklungen wir zusammen angehen wollen«, wandte sie sich an das Kollegium.

Vertreterinnen des Personalrats zeigten sich mit der neuen Chefin zufrieden, Schäfer sei »eine sympathische und aufgeschlossene Schulleiterin«. Was die Goetheschule aus ihrer Sicht besonders liebenswert macht, präsentierte das Kollegium mit Stichworten an der Tafel. Unter anderem zeichneten die Schwerpunkte Gewaltfreiheit, tiergestützte Pädagogik und ein besonderes Augenmerk auf Sport und Bewegung den Schulstandort aus. Auch gesanglich wurde die nun offizielle Schulleiterin freundlich begrüßt. Mit einem Schuss Selbstironie wandte sich Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl an die Festgemeinde. Von Schulamtsvertreter Gabler hatte die neue Schulleiterin als Geschenk ein Sparschwein in Form eines Einhorns erhalten, verbunden mit dem Hinweis: »Immer, wenn es unerwartete Situationen gibt, wirfst du da etwas rein.« Dezernentin Schmahl griff dieses Bild auf: »Die Rolle des Landkreises wird sein, den ein oder anderen Euro beizusteuern. Wir sind immer gut dafür, ein bisschen Chaos herzustellen.«

Sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit Schäfer, sagte Schmahl – etwa beim Thema Barrierefreiheit, da werde es auch bei der Goetheschule bauliche Veränderungen geben. Busecks Bürgermeister Dirk Haas äußerte seinen Stolz auf die Goetheschule und verwies auf die »tolle Busecker Landschaft an Kindertagesstätten«. Er dankte dem Schulamt für die »zeitnahe Besetzung« der Leitungsstelle, dies sei nicht selbstverständlich.

Während durch das geöffnete Aula-Fenster die plätschernde Wieseck zu hören ist, singen junge Vertreter der »Mundart-Werkstatt« auf Platt. In Sachen Dialekt müsse sie wohl noch viel lernen, sagte Schäfer. Ob sie dafür im neuen Job Zeit finden wird, steht auf einem anderen Blatt. (Foto: jwr)

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