11. September 2018, 10:10 Uhr

Kultbus

Leihgestern erlebt besondere Bulli-Parade

Er ist weder aerodynamisch noch schnell, außer man baut ihm einen V8-Motor ein: der Bulli. Die Fans des besonderen VW-Busses trafen sich nun drei Tage lang.
11. September 2018, 10:10 Uhr

Der VW Bulli hat bis heute zahlreiche Fans und Verehrer. Auch in Leihgestern leben einige Fans des Kultbusses. Das ist auch einer der Gründe, warum der Geselligkeitsverein Concordia hier jährlich sein VW Bulli-Treffen ausrichtet.

Warum man an dem Treffen teilnimmt, dafür hat der Vorsitzende der Concordia, Ingo Funk, eine einfache Antwort: »Wir haben einmal bei einem anderen Bulli-Treffen einen Spielplatz gesucht und gefragt wo der sich befindet«, erzählt Funk. »Als Antwort kam: Der für Erwachsene oder der für die Kinder?« Und ja, wenn man sich auf dem Platz so umschaut, hat das Treffen und die vielen Busse tatsächlich etwas von einem Spielplatz: Überall wird über technische Dinge gesprochen oder eben diese an den verschiedenen Fahrzeugen angeschaut.

 

Der Motor ist hinten

 

Aber was fasziniert die Teilnehmer so sehr am VW Bulli? Richard Bayer aus Rockenberg hat dafür eine schnelle Antwort: »Ganz oben auf der Liste steht, dass der Motor hinten ist«. Aber einmal von diesem Kuriosum abgesehen, begeistern sich die Fans auch über die technische Kompatibilität der Bullis: »Man kann fast jeden Motor in so einen Wagen einbauen – wir haben hier Audi Turbo-Diesel, V8 Motoren und vieles mehr«, berichtet Bayer.

Ein weiterer Punkt auf der Liste ist die große, eingeschworene Gemeinschaft in der man ich als Bulli-Fahrer befindet. »Auf den meisten Treffen sieht man immer wieder die selben Leute.« Auch wenn das bei den ganz großen Treffen auch schon einmal anders sein kann.

 

Aufarbeiten des Schmuckstücks

 

Rund 60 Teilnehmer aus ganz Deutschland trafen sich in Leihgestern auf dem Platz vor der Volkshalle, um Geschichten auszutauschen, Ersatzteile zu kaufen oder einfach in der Gesellschaft Gleichgesinnter zu verbringen. Für technikaffine Tagesgäste gab es dagegen viel zu sehen: Manch einem Bulli war die liebevolle Pflege seiner Besitzer geradezu anzusehen. So bei dem Exemplar mit dem Baujahr 1963 von Susanne und Bernd aus Haiger-Burbach. Vor sechs Jahren kauften sie den VW T1 – im übrigen ihr zweites selbstrestauriertes Exemplar – in den Niederlanden. Davor verbrachte der Bus jahrelang stillgelegt in den USA. Dreieinhalb Jahre lang arbeiteten sie an dem Schmuckstück, keine Schraube blieb ungelöst.

Als Lohn der Mühen ist der Bus mittlerweile wieder komplett in Originalzustand, inklusive Holzvertäfelung im Inneren und Häckeldecke auf dem Fahrersitz. Auch von Außen prangt der taubenblaue Bulli wieder in Originalfarbe. Besonders berühmt wurde der T1 durch die Hippie-Bewegung der 1960er Jahre: Regenbogenbunt lackiert ist er bis heute noch das Fahrzeug, was man mit Flower-Power und Friedensbewegung in Verbindung bringt.

 

Teilnehmer aus ganz Deutschland

 

Neben den Fahrzeugen stand bei dem Treffen natürlich auch die Geselligkeit im Vordergrund. Abendliche Treffen am Lagerfeuer prägten das Wochenende in Leihgestern. Daneben gab es auch Prämierungen für das älteste Fahrzeug, die weiteste Anreise (ein Teilnehmer nahm die rund 380 Kilometer aus Dessau in Sachsen-Anhalt auf sich) und den ältesten Teilnehmer, der schon 70 Jahre alt war.

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