23. Januar 2019, 21:56 Uhr

Küchenparty zum Jubiläum

23. Januar 2019, 21:56 Uhr
Ein berührender Moment: Die 97-jährige Gertrud Schlage bekommt in Kopie das Diplom ihres Großvaters von Jürgen Leib im Beisein von Manfred Regelein überreicht. (Foto: m)

»Wer nicht trinken kann, halte sich von solchen Festen fern; dies ist kein Ort für Maßvolle.« In Lateinisch ist dieser Spruch am Kamin in der Albertusklause als Teil der Burggastronomie Gleiberg zu lesen. Die Klause war einst Trinkhalle, wusste Dr. Jürgen Leib zu berichten, Schriftführer des Gleiberg-Vereins und profunder Kenner, nicht nur der Geschichte der über 1000-jährigen mittelalterlichen Befestigungsanlage an sich, sondern auch der darin eingebundenen 140-jährigen Geschichte, die – wie kürzlich bereits ausführlich geschildert – die Gastronomie schreiben kann.

Dies war Anlass für ein besonderes Event, zu dem der 1837 gegründete Gleiberg-Verein als Eigentümer der Burg gemeinsam mit dem Pächter Axel Horn und dessen Familie und Team eingeladen hatte: Eine Küchenparty der besonderen Art. Zu diesem gesellschaftlichen Ereignis waren zahlreiche Gäste gekommen, und alle zeigten damit ihre teils über Jahrzehnte währende Verbundenheit zur Burg und die Anerkennung des Wirkens des Gleiberg-Vereins im Bemühen um den Erhalt des regionalen und weit über die Grenzen des heimischen Raums bekannten Baudenkmals.

Urkunde von 1907

Voll des Lobes war diesbezüglich auch Landrätin Anita Schneider, die in ihrem Grußwort auch auf die touristische Bedeutung der Burg einging. Vorsitzender Andreas Kraft hatte die Gäste im Rittersaal willkommen geheißen und freute sich besonders über die beiden Ehrengäste, Gertrud Schlage und Manfred Regelein, Zeitzeugen der Gastronomiehistorie. Gertrud Schlage hat sogar innerhalb der Burgmauern – und zwar genau dort, wo heute das Reich der Köche ist – das Licht der Welt erblickt. Das war am 23. Juni 1921. Sie ist die Enkelin des ersten und Tochter des zweiten Burgpächterehepaares, Paul und Lina Niebergall. Manfred Regelein ist Sohn des dritten Pächterpaares, Georg und Henny Regelein, und war zehn Jahre als Koch auf der Burg tätig. Jürgen Leib, der vor dem Sturm aufs Büfett, die Entwicklung der Bewirtschaftung von Burg Gleiberg und den damit zusammenhängenden Familiengeschichten skizzierte, überreichte an die 97-jährige eine großformatige Kopie der Urkunde, die 1907 Sebastian Niebergall als Diplom des Bundes Deutscher Gastwirte zum 25-jährigen Geschäftsjubiläum verliehen worden war.

Nunmehr, 115 Jahre weiter, eben die besondere Küchenparty. Die Idee hierzu hatte, nach Bekanntwerden all dieser interessanten historischen Begebenheiten, Axel Horn. Der hatte sich Gastköche und Winzer mit ins Boot geholt, und so entstand ein vielseitiges, kulinarisches Angebot, das alles andere als zum Maßhalten einlud. So wurde kräftig, aber gesittet geschlemmt.

Auf allen Etagen der Burggastronomie fanden sich kalte und warme Speisen, von edel-fein bis kräftig gab es zahlreiche Variationen und Kreationen, mit denen der Gaumen verwöhnt werden konnte. Sämtliche Räume luden zu kulinarischen Entdeckungstouren ein. Für Musik und Unterhaltung sorgten die Gruppe »Drei zu Null – Walking-Band« und ein DJ.

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