12. September 2018, 22:08 Uhr

Kita Kirchstraße wird abgerissen

12. September 2018, 22:08 Uhr
Der Kindergarten Kirchstraße in Watzenborn-Steinberg ist in die Jahre gekommen. (con)

Die Tage des Kindergartengebäudes in der Kirchstraße sind gezählt. Bürgermeister Udo Schöffmann hatte sich die Mitteilung, dass die Stadt Pohlheim 2019 hier einen neuen Kindergarten bauen möchte, für das Ende der Sozialausschusssitzung am Dienstagabend aufgehoben, .

Diese Pläne sind ein Ergebnis des neuen Kindergartenberichts. Schöffmann sagte, dass die für 2018 geplanten An- und Umbauten an anderen Kindergärten weitestgehend abgeschlossen seien. Zwar gebe es noch einige Restarbeiten, beispielsweise an den Außenanlagen. Jedoch könnten die Räume schon voll für die Betreuung genutzt werden. Dadurch habe man vier neue Gruppe einrichten und damit 95 Plätze gewinnen können. Diese seien aber nur rechnerisch zu sehen: Laut den KiföG-Vorgaben belegt schließlich ein Kind von anderthalb Jahren rechnerisch zweieinhalb Plätze.

Der gesetzliche Anspruch sei damit erfüllt, sagte der Bürgermeister. Aktuell ständen Familien nur noch auf Wartelisten, »da sie in eine bestimmte Einrichtung wollten, in der es keine Plätze gab«, sagte Schöffmann. Auch die Tagesmütter würden weiterhin gut in Anspruch genommen werden.

Jedoch dürfe man sich auf diesem Stand nun nicht ausruhen, sondern müsse das Kindergartenausbauprogramm weiter vorantreiben. Denn mit den geplanten Neubaugebieten, beispielsweise in Hausen, werde der Bedarf weiter steigen. Nicht zuletzt auch, weil die Kinder immer früher in den Kindergarten gingen.

Deshalb wolle man 2019 den Kindergarten in der Kirchstraße in Watzenborn-Steinberg abreißen und neu bauen. »Das Gebäude ist aufgrund seines Alters und der Substanz nicht für eine Sanierung geeignet«, sagte Schöffmann. Die Verwaltung wolle hierzu in Kürze eine Vorlage im Parlament vorstellen. Da der weitere Kindergartenbericht den Stadtverordneten noch nicht vorlag, soll er im nächsten regulären Sozialausschuss noch einmal erörtert werden.

Der SPD geht das Thema sozialer Wohnungsbau in Pohlheim nicht schnell genug voran. Peter Alexander (SPD) brachte einen Antrag ein, dass man einen Vertreter der Baugenossenschaft Horlofftal in eine der nächsten Bauausschusssitzungen einladen solle. Dort könne man dann abfragen, wie die aktuellen Aktivitäten der Genossenschaft in Pohlheim aussehen und welche sie in Zukunft plane.

Prof. Helge Stadelmann (CDU) sah dieses Gespräch mit der Baugenossenschaft als verfrüht an: »Tut man da nicht den zweiten Schritt vor dem ersten? Ich weiß nicht, was sie zuversichtlich macht, dass es schneller geht, wenn wir sagen ›Steht uns Rede und Antwort‹.« Die Baugenossenschaft sei bereits angefragt worden.

Nachverdichtung problematisch

Schöffmann sagte, dass die Horlofftal bereits ihr Interesse kundgetan habe. Jedoch könne man über ein konkretes Bauprojekt noch nicht sprechen: »Jetzt müssen wir erst einmal weitersehen, dass wir die Baugebiete dafür haben.« Erst sobald Baurecht vorliege, würde die Baugenossenschaft feste Zusagen machen, da sie dann die Fördermöglichkeiten prüfen und die Kosten kalkulieren könne. Fördertöpfe von heute könnten in zwei Jahren bereits leer sein und ohne Fördergelder sei der niedrige Mietpreis nicht zu halten.

Stadelmann hinterfragte, ob Pohlheim aktuell noch größere Sozialwohnungen bauen solle. Der Hauptbedarf hierfür sei für 2015 bis 2020. »Bis hier die erste Sozialwohnung steht, ist dieser Bedarf vorbei.« Der Bedarf sei zudem mit Blick auf die Flüchtlinge prognostiziert worden. Diese seien aber mittlerweile in die großen Städte gegangen.

Zudem kritisierte Stadelmann, dass das Thema Wohnungsbau derzeit sehr kompliziert geworden sei. Würde beispielsweise nachverdichtet, um den Landfraß zu verhindern, komme »irgendein Nachbar um die Ecke und beschwert sich, dass ein Schatten auf sein Grundstück fällt«. Würde bei der Nachverdichtung ein Haus nach hinten versetzt, um mehr Raum für Parkplätze zu haben, gebe dies auch gleich Ärger mit dem Nachbarn. »Das wird dann politisch ausgenutzt, um jemandem nach dem Mund zu reden.« Björn Feuerbach (Freie Wähler) betonte, dass alle Fraktionen Interesse am sozialen Wohnungsbau hätten. Man solle jedoch nun erst einmal die dafür notwendigen Baugebiete entwickeln. Mit zwei zu vier Stimmen erhielt der SPD-Antrag keine Empfehlung.

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