12. September 2018, 22:08 Uhr

Kein Spielraum für eine Bewährungsstrafe

12. September 2018, 22:08 Uhr
Der Pausenhof der Wilhelm-Leuschner-Schule ist abends beliebter Treffpunkt von Jugendlichen aus Heuchelheim und Umgebung. (Foto: se)

Schwerer Raub und gefährliche Körperverletzung. Für diese Taten zweier einschlägig vorbestrafter junger Männer sah Richterin Maddalena Fouladfar keinen Spielraum mehr für eine Bewährungsstrafe. Für jeweils zwei Jahre und sechs Monate müssen der heute 20-jährige Heuchelheimer Ibrahim B. sowie der Gießener Younes B., der einen Tag nach der Urteilsverkündung am Dienstag 18 wurde, eine Haftstrafe nach dem Jugendstrafrecht verbüßen.

Das Gericht sah es nach den Geständnissen der beiden Angeklagten als erwiesen an, dass die beiden Deutschen am 22. März gegen 21 Uhr zum Schein auf dem Pausenhof der Heuchelheimer Wilhelm-Leuschner-Schule ein Rauschgiftgeschäft abwickeln wollten, allerdings nicht daran dachten, zu bezahlen.

100 Gramm Marihuana für 750 Euro

Ein 23-jähriger Heuchelheimer wollte 100 Gramm Marihuana zum Preis von 750 Euro an die beiden verkaufen. Doch die vermeintlichen Käufer, das jedenfalls ergab die Beweisführung, hatten gar nicht die entsprechende Menge an Bargeld bei sich. Als der Verkäufer, der als Zeuge vor Gericht auftrat, den Stoff übergeben hatte, wollte er das Geld einfordern, doch dabei rief ihm einer der beiden Angeklagten »abgezogen, abgezogen« zu. Statt des Geldes erhielt er vom damals 17-jährigen Angeklagten einen Schlag mit dem Totschläger über den Kopf, der andere stieß ihm anschließend das Messer in die Seite. Zum Abschluss wurde er noch mal mit dem Totschläger traktiert.

Erst später bemerkte das Opfer seine Verletzungen und ging ins Krankenhaus, wo er zwei Tage auf der Intensivstation verbrachte. Bis heute hat er die Folgen des Stiches und der Schläge nicht überwunden. Der 23-Jährige hatte noch Glück, denn der Messerstich verfehlte seine Lunge denkbar knapp.

Glück also für den vermeintlichen Marihuana-Verkäufer, aber auch für die beiden Angeklagten, wie Staatsanwalt Mike Hahn noch einmal betonte, die in diesem Fall nicht ganz so glimpflich davongekommen wären. Das Geständnis sowie eine Entschuldigung beim Opfer und die Ankündigung, Schmerzengeld zu zahlen, wurden positiv bewertet. Allerdings ist die Liste der Verfehlungen bei Ibrahim B. alles andere als kurz. Besonders hob Richterin Fouladfar hervor, dass er einen Monat vor der Tat bereits vor Gericht gestanden hatte, damals nur knapp um eine Haftstrafe herumkam. Eine Aufhebung des Haftbefehls lehnte das Gericht ab. Auch der andere Angeklagte war erst Oktober letzten Jahres verurteilt worden.

Die Verteidigung hatte jeweils eine Bewährungsstrafe gefordert, eine günstige Sozialprognose angeführt: Der eine wolle im nächsten Jahr das Fachabitur erwerben, der andere hat einen Ausbildungsvertrag zum Maurer in der Tasche. Fouladfar orientierte sich beim Strafmaß aber an der Forderung des Staatsanwaltes, der zwei Jahre und sechs Monate Jugendhaft gefordert hatte. Eine Bewährung war damit ausgeschlossen.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Heuchelheim
  • Redaktion
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 12 x 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.