29. August 2018, 22:22 Uhr

Kein Beschluss zur Lumdatalbahn

29. August 2018, 22:22 Uhr
In der Gemarkung der Stadt Staufenberg gibt es drei Bahnstationen (Treis, Mainzlar und Daubringen/hinter dem Jeep) sowie 15 Bahnübergänge. Der Übergang auf dem Foto, Großgasse bei Daubringen, bliebe erhalten, während man in Treis auf einige Übergänge verzichten könnte. Ortsvorsteher Roland Ehmig erklärte dazu, die Treiser ließen sich ihre Bahnübergänge nicht ohne Weiteres wegnehmen. (Foto: vh)

Die Stadtverordneten in Staufenberg haben eine Vorstellung der Nutzen-Kosten-Untersuchung für die geplante Wiederinbetriebnahme der Lumdatalbahn durch Landrätin Anita Schneider und Stefan Klöppel, Leiter des Zweckverbands Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV), wohlwollend zur Kenntnis genommen. Einen Grundsatzbeschluss im Parlament, wie er diese Woche in Allendorf/Lumda gefasst wurde, hätte die Landrätin als wünschenswert erachtet.

Zwingend notwendig ist dieser Beschluss jedoch nicht, weil die Verkehrsverbünde RMV und ZOV bereits vereinbart haben, die Leistungsphasen eins bis vier (Vorplanung) gemeinsam zu finanzieren. Die Vorplanung kostet 1,2 Millionen Euro, daran beteiligen sich weder der Landkreis Gießen noch die vier Lumdatalkommunen. Der Kreistag wird am 10. September lediglich die Planungsphasen eins und zwei beschließen, weil eine damit verbundene Kostenschätzung des zu beauftragenden Ingenieurbüros die Reaktivierung der Bahnstrecke bereits zum Scheitern bringen könnte.

Knackpunkt Bahnübergänge

Wenn die Vorplanung statt der gutachterlichen 10,6 Millionen (aufgerundet elf Millionen) Investitionskosten sodann vielleicht 15 oder 16 Millionen ergebe, sei die Förderfähigkeit des Projekts durch das Land Hessen gefährdet, sagte die Landrätin. Zugesagt sind momentan 85 Prozent. Dann nämlich wenn der Nutzen-Kosten-Faktor durch den stark erhöhten Investitionsbedarf unter die Zahl eins fallen würde. Momentan pendelt dieser Wert zwischen 1,37 und 1,68, also deutlich über der geforderten Marke.

Drei Bewertungskriterien seien noch unsicher, erläuterte Klöppel. Die Höhe des Kapitalzins für die Investition, die Bevölkerungsentwicklung im Lumdatal sowie die Anzahl der benötigten Züge.

Bliebe der Zins weiterhin niedrig, die Einwohnerzahl nehme zu und man bräuchte nur einen Zug, dann würde 1,68 erreicht. Unklar ist freilich, um welchen Betrag die bisher durch den Gutachter ermittelten elf Millionen Euro ansteigen müssten, um einen Faktor unter eins zu erhalten. Schneider sagte, nach der Kostenschätzung könne auch die Wirtschaftlichkeit einer Reaktivierung beurteilt werden – und ob es sich lohne, den Weg weiter zu gehen. Als nächsten Schritt wäre die Kostenermittlung an der Reihe.

Stadtverordnetenvorsteher Ernst Hardt kündigte an, wenn die Kostenschätzung vorliege, werde man darüber beraten und beschließen. Klöppel informierte, im Gemarkungsbereich Staufenberg lägen drei Bahnstationen (Treis, Mainzlar, Daubringen) und 15 Bahnübergänge. Manche Übergänge in Treis lägen nahe beieinander, sodass nach seiner Meinung einige geschlossen werden könnten. Ortsvorsteher Roland Ehmig kündigte vorauseilenden Widerstand aus dem Ort an. Die Treiser ließen sich nicht ohne Weiteres ihre Bahnübergänge wegnehmen.

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