11. August 2018, 09:00 Uhr

Neue Bauplätze

Kanal muss partiell erweitert werden

Überfordern 18 neue Bauplätze die Infrastruktur von Inheiden? Im Prinzip nein, sagen die Planer, sofern die richtigen Maßnahmen ergriffen werden.
11. August 2018, 09:00 Uhr
Östlich des Baugebiets »Am kleinen Riedweg« in Inheiden sind 18 weitere Bauplätze geplant. Für die Erschließung müsste die OVAG-Straße erweitert werden. (Foto: us)

Wenn schätzungsweise 80 Personen einen schönen Sommerabend aus freien Stücken nicht im Garten oder am See verbringen, sondern in der aufgeheizten Inheidener Mehrzweckhalle, dann muss es dafür einen triftigen Grund geben. Und den gab es am Donnerstag. Die umstrittene Erweiterung des Baugebiets »Am kleinen Riedweg« war Gegenstand einer Bürgerversammlung.

Dass sie durch zusätzlich 18 Bauplätze für Einfamilien- und Doppelhäuser Schwierigkeiten bei der Entwässerung befürchten und deshalb eine Erweiterung des Kanalsystems befürchten, haben 460 Unterzeichner schon Anfang des Jahres mit einer Unterschriftensammlung zum Ausdruck gebracht. Auch in Sachen Verkehrsanbindung gibt es erhebliche Bedenken. »Wir nehmen das ernst«, sagt Bürgermeister Rainer Wengorsch. In der Versammlung versuchte er gemeinsam mit Vertretern der beteiligten Planungsbüros, den Inheidenern ihre Sorgen zu nehmen.

Zwei Dinge wurden am Ende klar: Sollte die geplante Baugebietserweiterung tatsächlich kommen – beschlossen ist sie noch nicht – müssten die OVAG-Straße verbreitert und Engpässe in der Kanalisation behoben werden. Wie Kasten Ott von IMB-Plan erläuterte, stellt die OVAG-Straße die einzig mögliche Zufahrt zu den neuen Bauplätzen dar. Bislang ist sie eher ein befestigter Feldweg. Eine Verbreiterung auf mindestens fünf Meter sei notwendig, sagte der Verkehrsplaner. Privatgrundstücke müssten dafür nicht in Anspruch genommen werden, ergänzte der Bürgermeister. Der städtische Grünstreifen reiche aus.

Kein Platz für Gehweg

Nur für einen Gehweg wird kein Platz mehr sein. Fußgänger, Radler und Autofahrer müssen sich die Fahrbahn teilen. Aber bei hochgerechnet 200 zusätzlichen Fahrten pro Tag sieht Ott da kein Problem. Von den Zuhörern kam der Hinweis, dass die Verkehrsbelastung in den Sommermonaten, wenn viele Menschen zum See wollen, erheblich steigt. Die Anregung, den Verkehr in dieser Zeit anders zu lenken, hält Wengorsch für überlegenswert. »Ich weiß, dass das eine hohe Belastung ist.«

Für die innerörtlichen Zufahrtsstraßen ins neue Baugebiet, die Stefan-Kuhn-Straße und die Ludwigstraße, hat der Verkehrsplaner keine Bedenken. Die könnten den zusätzlichen Verkehr problemlos aufnehmen. In Spitzenzeiten sei zum Beispiel in der Stefan-Kuhn-Straße alle drei Minuten mit einem zusätzlichen Fahrzeug zu rechnen. Ott: »Das merken Sie gar nicht.«

Mit zahlreichen Detailfragen sah sich Dieter Reifschneider vom Ingenieurbüro Müller konfrontiert. Er schilderte, dass die Kanalisation insbesondere im Bereich Berliner Straße/Holzbrückenweg erweitert werden muss. Mit der Beseitigung dieses Nadelöhrs und einer Entlastung im Bereich Beune sollten schon wesentliche Probleme behoben sein. Andere neuralgische Punkte müsse man sich gesondert anschauen. »Ich nehme das gerne auf, dafür ist der heutige Abend ja da.«

Für Starkregen-Ereignisse wie im vergangenen Mai allerdings sei die Kanalisation nicht gerüstet. Das Netz sei lediglich für zweijährige Regenereignisse ausgelegt. Deshalb legte der Experte allen Hausbesitzern eine Rückstausicherung ans Herz.

Eine Befürchtung konnte Reifschneidern den Inheidenern in jedem Fall nehmen: dass die 18 geplanten Bauplätze erst ein Anfang sind und im Norden und Osten des Stadtteils weiter gebaut werden soll. Dafür würde die Kanalisation definitiv nicht reichen. »Die Entwässerung setzt dem Wachstum Grenzen.«

Berliner Straße wird erneuert

Andere Bedenken versuchte der Bürgermeister zu zerstreuen. Erstens: Die Kanalisation soll vor oder parallel zur neuen Bebauung erweitert werden. Beginnen werde man in der Berliner Straße, die zudem grundlegend erneuert werden soll. Und zweitens: Die Erschließungskosten würden ausschließlich auf die Käufer der neuen Bauplätze umgelegt, versicherte er. »Das hätten wir aber gerne schriftlich«, schallte ihm aus der Versammlung entgegen. Es werde zu einem späteren Zeitpunkt gewiss eine Mitteilung geben, sagte Wengorsch. »Haben Sie erst einmal ein wenig Vertrauen.«

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