23. Oktober 2018, 18:30 Uhr

Hessen-Wahlkampf

Julia Klöckner weiß, wo das Salatöl herkommt

Im Wahlkampf-Endspurt wird parteipolitische Prominenz mobilisiert, um Lokalmatadoren zu flankieren. Montag war Landwirtschaftsministerin Klöckner in Heuchelheim. Auf dem Bauernhof – wo sonst?
23. Oktober 2018, 18:30 Uhr
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zu Besuch bei Landwirt Klug in Heuchelheim, links neben ihr MdL Klaus Peter Möller, vorne Landwirt Hans Klug, rechts die Landfrauenvorsitzende Christel Gontrum. (Foto: Friedrich)

Stallgeruch gibt es in der Politik und in der Landwirtschaft. Julia Klöckner hatte am Montagnachmittag auf dem Betrieb von Hans und Thorsten Klug beides, als sie dort mit dem Wahlkreiskandidaten Klaus Peter Möller und ihrem Kabinettskollegen Helge Braun auf Wahlkampftour Station machte.

 

Wurzeln auf einem Bauernhof

 

Mit Wurzeln auf einem Bauernhof plus Weingut in der Pfalz war es Ehrensache, zu allererst einen Blick in den Klug’schen Stall und in die Milchkammer zu werfen. Vertrautes Terrain für die 45-jährige ehemalige Weinkönigin, die, so plauderte sie, auf einem Hof mit Kühen, Schweinen, Pferden und Geflügel aufgewachsen ist.

 

200 Gäste

 

Das Zelt, das die Union gleich neben dem Kuhstall aufgestellt hatte, hätte doppelt so groß sein dürfen – neben Parteigängern und interessierten Wahlbürgern waren etliche Landwirte aus der ganzen Region gekommen, um mit der Ministerin zu diskutieren. Bald 200 Gäste waren es.

 

Ministerin für Essen und Trinken

 

Klöckner sei die wichtigste Ministerin im Kabinett Merkel, scherzte Helge Braun. Immerhin sei sie zuständig für die Hälfte der Menschen in Deutschland, die nämlich im ländlichen Raum leben. Eigentlich sei sie zuständig für alle, konterte die durchaus schlagfertige Pfälzerin charmant. Sie sei schließlich die Ministerin für Ernährung, für Essen und Trinken.

 

Plädoyer für den Wert der Lebensmittel

 

Ernsthafte Töne dann aber in Folge auch im Dialog mit den Gästen, moderiert von der Landfrauen-Bezirksvorsitzenden Christel Gontrum. Klöckner plädierte für ein anderes Bewusstsein im Umgang mit Lebensmitteln: Hähnchenschenkel zu 15 Cent je 100 Gramm finde sie unanständig. Denn das wecke Erwartungen beim Verbraucher und stelle die Wertigkeit von Fleisch in Frage. Dumpingpreise für Lebensmittel machten sie »echt sauer«. Überhaupt: Jederzeit verfügbare Lebensmittel in höchster Qualität zu niedrigen Preisen – und das bis 22 Uhr. Das sei viel wert – und man müsse sich den Wert dessen wieder bewusst machen. Vielmehr gelte es, sich wieder vor Augen zu halten, wo das Öl für den Salat herkommt, nicht allein das fürs Auto.

 

Absage an Lebensmittel-Ampel

 

Weitere Stichworte des Dialogs auf dem Klug’schen Hof waren die Digitalisierung in der Landwirtschaft ebenso wie die Agrarpolitik auf europäischer Ebene, die Auswirkungen der Dürre und etwaige Entschädigungen und eben die Subventionen, deren die Landwirtschaft in Teilen eben bedürfe. Oder aber auch die Lebensmittel-Ampel, der die Ministerin eine Absage erteilte: Da dürfe keine Einfachheit suggeriert werden, die am Ende nicht gegeben sei: »Das ist was fürs Schaufenster!«

Zurück zur aktuellen Politik und ihrer »Mission« auf der Tagestour durch Hessen mit Stationen in der Rhön und im Vogelsberg: Klöckner lobte die hessische Politik von Schwarz-Grün als »geräuschlos und effektiv«. Und bat die Bürger, am Sonntag wählen zu gehen. Ihr Appell: »Seien Sie gut zu Ihren Politikern, Sie kriegen keine Besseren«. Sprachs und entschwand in Richtung Darmstadt.

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