26. August 2018, 19:43 Uhr

Indische Delegation erlebt religiöse Vielfalt

26. August 2018, 19:43 Uhr

Ökumenepfarrer Bernd Apel verbringt in diesen Tagen viel Zeit am Steuer eines weißen Kleinbusses. Seine Fahrgäste sind sechs Männer und Frauen aus Indien. Unter ihnen ist der neue Bischof der Partnerdiözese Krishna Godavari im Südosten des Subkontinents, George Cornelious Tantepudi. Mit seiner Frau und vier weiteren Begleitern lernt er derzeit die hessische Partnerregion, die evangelischen Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg, kennen.

Cornelious ist seit Mai im Amt und besucht erstmals die deutschen Partner in Oberhessen. Sein Wunsch ist es, die langjährige Partnerschaft mit den drei Dekanaten lebendig zu erhalten. Das machte er an den verschiedenen Stationen des Besuchs deutlich.

Austausch in mehreren Schulen

Bevor die Gruppe in ihren Gastfamilien in den deutschen Alltag eintauchen konnte, wurde sie in einem Einführungsseminar auf die hiesigen Lebensgewohnheiten und Besonderheiten vorbereitet. »Wie ticken die Deutschen?«, hat Bernd Apel den ersten Abschnitt dieses Programms genannt. Das war der Auftakt zu drei Tagen im Seminarhotel Jakobsberg in Grünberg, an denen sie außerdem vieles über das religiöse Leben in Deutschland und in der Region, über Ökumene, Arbeitsbereiche der Kirchen und der Kirchengemeinden zwischen Limes und Vulkan erfuhren. »Nebenbei gewöhnten sich die Gäste, die alle zum ersten Mal in Deutschland weilen, an die deutschen Temperaturen und das deutsche Essen«, so Apel, der in den drei Dekanaten für die Partnerschaftsarbeit mit der südindischen Diözese zuständig ist.

Die Gäste aus Indien sind in verschiedenen Gastfamilien untergebracht, bei denen sie sich vom Informations- und Besichtigungsprogramm erholen können, das Apel zusammengestellt hat. Auf dem Programm stehen zum Beispiel Besuche in Schulen. In der Theo-Koch-Schule Grünberg stellt Schulpfarrer und Dekan Norbert Heide den Religionsunterricht vor. Das Laubach-Kolleg steht auf dem Besuchsprogramm, weil es eine Partnerschule in der indischen Diözese hat. Austausch mit Pfarrern und anderen Mitarbeitern war in Dekanatskonferenzen möglich. Thema hier unter anderem: Während die christlichen Kirchen in Deutschland schrumpfen, wachsen sie in Indien – was können die deutschen Kirchen von den indischen lernen?

Austausch gab es auch mit katholischen Gemeinden, den koptischen Christen in Kröffelbach, mit der jüdischen Gemeinde und der türkischen Ditib-Gemeinde in Gießen. Diakonie in Grünberg, Bibelmuseum in Frankfurt – dieser Besuch vermittelt den Gästen einen breiten Einblick in das religiöse und gesellschaftliche Leben in der Region. »In einer Partnerschaft wie der zwischen den drei Dekanaten und der Diözese Krishna Godavari ist es wichtig, dass die Partner sich kennen«, erklärt Apel. Nur so könne das Vertrauen aufrechterhalten werden, dass die Gelder, die aus Oberhessen in die verschiedenen Projekte in Indien fließen, auch ihrem Spendenzweck gemäß verwendet werden.

Seit 1983 besteht die Partnerschaft zwischen den oberhessischen Dekanaten und der Diözese der Church of South India bereits. In dieser Zeit unterstützten die Oberhessen Gesundheits- und Bildungsprojekte in der Partner-Diözese. Die Partnerschaft wird getragen durch einen Partnerschaftsausschuss, der sich aus Mitgliedern aus den drei Dekanaten sowie aus dem Laubach-Kolleg zusammensetzt. Vorsitzender des Ausschusses ist Ökumenepfarrer Apel. Die nächste Partnerschaftsreise nach Indien ist für 2020 geplant.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Beziehungen und Partnerschaft
  • Bischöfe
  • Diözesen
  • Evangelische Kirche
  • Grünberg
  • Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen
  • Krishna
  • Theo-Koch-Schule Grünberg
  • Grünberg
  • Redaktion
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 2 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.