16. April 2018, 10:00 Uhr

Lumdatalbahn

In vier Jahren mit dem Zug ins Lumdatal?

Die Landrätin glaubt an die Zukunft der Lumdatalbahn. Das Abschlussgutachten zur Wirtschaftlichkeit fällt positiv aus. Doch welche Signale kommen aus Wiesbaden?
16. April 2018, 10:00 Uhr
Bei einer Podiumsdiskussion im Bürgerhaus in Allendorf/Lumda zeigt sich Landrätin Anita Schneider (4. v. l.) optimistisch: Die Lumdatalbahn könnte schon 2021/22 wieder fahren. (Foto: vh)

Die Lumdatalbahn könnte 2021/2022 wieder auf der Schiene rollen. Das gutachterliche Abschlussergebnis über die Wiederinbetriebnahme der 14,4 Streckenkilometer zwischen Londorf und Lollar ist mit seiner Bewertungsnote 1,68 über alle Zweifel erhaben; 1,0 hätte ausgereicht. Landrätin Anita Schneider teilte dies den neun Teilnehmern und 70 Zuhörern einer Podiumsdiskussion im Bürgerhaus Allendorf mit. Bewertet wurden die Wirtschaftlichkeit aufgrund kalkulierter Fahrgastzahlen und weiterer Argumente wie der Beitrag zur Stabilisierung der Strukturen des Lumdatals, wo bis 2030 ein Bevölkerungszuwachs von 4,5 Prozent erwartet wird.

Das Gutachten basiere zwingend auf dem gedeihlichen Miteinander von Straße und Schiene, sagte Schneider. Formal fehle noch die schriftliche Einlassung des hessischen Finanzministeriums, welches die Reaktivierung der Lumdatalbahn als förderfähig einstufe. Das Schreiben erwarte sie in Kürze. Damit würde die per Gutachten festgestellte Wirtschaftlichkeit gemäß den neuen Kriterien anerkannt und voraussichtlich 85 Prozent der auf zehn bis elf Millionen Euro veranschlagten Investitionskosten übernommen. Unterschiedlich bewertet derweil das politische Lumdatal den Neustart auf der Schiene. Pradella fragte: »Sollten auch alle mitziehen?« Schneider meinte, das sei wünschenswert für die Menschen der Region. Zunächst hätten alle vier Bürgermeister die Vorstufenuntersuchung (Grundlage der vorliegenden Abschlussbewertung) gemeinsam mit dem Landkreis beauftragt.

 

Kreistag soll im Mai beraten

 

Nun lägen zwei »Statements« aus Rabenau und Allendorf vor, nämlich die Absichtserklärungen der Parlamente für die Reaktivierung. In Staufenberg und Lollar seien nur »Prüfanträge« beschlossen worden. Schneider nahm die zögerlichen Entscheidungsträger aus dem unteren Lumdatal in die moralische Pflicht. Es zähle gegenwärtig zum guten Ton in der Politik über den ländlichen Raum zu reden im Sinne von »wir müssen mal was tun«. Wenn nicht jetzt, wann dann, formulierte die Kreischefin sinngemäß.

Sobald Wiesbaden sich gemeldet habe, würden die vier Parlamente vor Ort genauer informiert. Sollte sie dann »wir können nicht« zu hören bekommen, könne sie das »eher akzeptieren«, formulierte Schneider diplomatisch. Kein Bürgermeister zuckte jetzt zusammen, es waren schlicht keine anwesend.

Was ist mit dem Schallschutz?

Bereits im Mai werde der Kreistag mit seinen Ausschüssen über die Wiederinbetriebnahme beraten und erforderliche Planungskosten einstellen. Landkreis und Verkehrsträger (RMV/ZOV) suchten sodann einen Vorhabenträger, der wiederum ein Planfeststellungsverfahren auf den Weg bringe. Dabei werde auch geprüft, ob die gutachterliche Kosteneinschätzung im wirtschaftlichen Rahmen bleibe.

Schneider gab dem Vertreter der Bürgerinitiative »Contra LTBahn, Sebastian Hensel, mit auf den Weg, das Planfeststellungsverfahren solle mögliche Entlastungen, etwa Schallschutz, erörtern für die schienennahen Bewohner des Baugebietes der Lumdaniederung (Lollar).

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