27. August 2018, 21:28 Uhr

In Ruhe einsteigen

27. August 2018, 21:28 Uhr
Die Rampe hilft beim Einsteigen mit Rollator oder Rollstuhl. (Foto: siw)

Tendenziell werden immer mehr ältere Menschen mit dem Rollator oder einem Rollstuhl unterwegs sein. Bis ins hohe Alter mobil zu sein, ist für Senioren sehr wichtig. Dazu gehört auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Um Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen die Angst vor dem Busfahren zu nehmen, hat der Behinderten- und Seniorenbeirat der Gemeinde Buseck gemeinsam mit dem Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt nun ein Mobilitätstraining angeboten.

Als Treffpunkt wurden die Haltestellen an der IGS Busecker Tal ausgewählt. Hier gibt es sowohl einen barrierefreien Zustieg – also mit erhöhtem Bordstein – als auch eine Haltestelle mit einem niedrigen Bordstein. Viele Busse lassen sich zur Überwindung dieser »Stufe« absenken oder verfügen über eingebaute Rampen, die der Fahrer bei Bedarf ausklappen kann.

Dieter Walter vom örtlichen Busunternehmen Schwalb zeigte den Senioren neben Verhaltensweisen zur Vermeidung von Gefahren beim Ein- und Aussteigen und während der Fahrt einen Knopf, der an der Außenseite des Busses angebracht ist. Versehen ist er mit einem Rollstuhl- und Kinderwagen-Symbol. »Diesen müssen Sie drücken, damit der Fahrer weiß, dass jemand Hilfe beim Einsteigen benötigt.« Wer etwas länger für den Ein- und Ausstieg braucht, muss sich keine Sorgen machen, dass er zwischen den schließenden Türen eingeklemmt wird. Es gibt Sensoren, die das verhindern.

Sensoren in Türen

Im Bus selbst weisen Markierungen auf Plätze ohne Stufen und mit mehr Beinfreiheit hin, die für Gehbehinderte reserviert sind. »Die anderen Fahrgäste sehen das nicht immer, werden sie angesprochen, machen sie meist umgehend Platz«, erklärte Walter. Die Gänge müssen frei bleiben. Ist die ausgewiesene Fläche durch Rollstühle oder Kinderwagen bereits besetzt, ist der zusammengeklappte Rollator vor einen Sitz zu stellen.

Was tun, wenn der Bus voll ist? Da bleibt einem nichts anderes übrig, als auf den nächsten zu warten. »Von der Linie 25 wüsste ich nicht, dass schon einmal jemand nicht mitgenommen werden konnte«, meinte Jan Bronowski, der hin und wieder hinter dem Lenkrad sitzt. Die Linie 25 sei aber gut ausgelastet. Damit dieser Fall erst gar nicht eintritt, sollten die Senioren möglichst fahrgastarme Zeiten nutzen, »also nicht unbedingt dann, wenn die Schüler gefahren werden müssen«.

Im Stadtbusverkehr ist die Gefahr grundsätzlich größer, dass Wartende mangels Platz nicht befördert werden können. Hier fahren wesentlich mehr Personen mit, die einen Rollator oder Kinderwagen dabei haben. Auf den Dörfern hingegen findet sich oft ein Angehöriger oder netter Nachbar, der die Fahrt übernimmt, wenn ein Mensch mit Gehbehinderung einen Arzt- oder sonstigen Termin hat. Eine Reservierung sei jedoch grundsätzlich nicht möglich.

Der AWO-Vorsitzende Christopher Saal hatte dieses Training angeregt. Er dankt der Firma Medrob für die Bereitstellung der Hilfsmittel. Beiratsvorsitzender Karlheinz Volk sagte, es werde nicht bei diesem einmaligen Termin bleiben. Bürgermeister Dirk Haas hatte anfangs erklärt, dass in den öffentlichen Ausschreibungen die barrierefreie Ausstattung der Busse genau festgelegt sind.

Das Nachrüsten der Haltestellen wird im übrigen auch Thema der nächsten Ortsbegehung in Beuern sein (8. September, 10 Uhr, Treffpunkt ehemalige Sparkasse). In der Bersröderstraße gäbe es hierfür Bedarf, hieß es aus dem Kreis der Senioren.

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