25. Juli 2018, 05:00 Uhr

Parkplatzmangel

In Leihgesterns Hauptstraße soll nun ordentlich geparkt werden

Bisher wurde in der teils schmalen Straße wild auf dem Gehweg geparkt. Um ein Parkkonzept zu finden, unternimmt die Stadt Linden nun einen Verkehrsversuch.
25. Juli 2018, 05:00 Uhr
Ohne Gehwegparken wäre Begegnungsverkehr in der Leihgesterner Hauptstraße nicht möglich. (Foto: pad)

Wer durch die Hauptstraße in Leihgestern fährt, kennt das Problem: Rechts und links säumen geparkte Pkw die Fahrbahn, es ist eng. Zum Glück – aus Autofahrersicht – stehen diese meist zur Hälfte auf dem Bürgersteig, sodass in der Straßenmitte zwei Pkw aneinander vorbeikommen. Die Stadt Linden will nun die Parksituation in geordnete Bahnen bringen. Hierzu soll bald ein Verkehrsversuch starten.

Parkplätze werden aufgeklebt

Konkret will man eine Lösung für das Parken zwischen der Johannes-Heß-Straße und der Ringstraße finden, sagte Bürgermeister Jörg König. Dass Pkw und Sprinter halb auf dem Bürgersteig stehen, ist laut Straßenverkehrsordnung eigentlich nicht erlaubt. Würden sie aber korrekt komplett auf der Fahrbahn abgestellt, gäbe dies ein Verkehrschaos. Zudem würde dann ein Großteil der Parkplätze wegfallen, da gegenüberliegendes Parken nicht mehr möglich wäre – dazu ist die Straße zu schmal. Durch die Scheunenausbauten und die steigenden Auto-Pro-Kopf-Zahlen hat sich das Problem in den letzten Jahren zunehmend verschärft.

Die Stadt Linden hat nun mit der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil einen Verkehrsversuch abgesprochen. Demnach sollen in dem Testabschnitt der Hauptstraße provisorisch Parkplätze markiert werden. »Laut Vorschrift muss der Gehweg 1,5 Meter breit zwischen Parkplatz und Hauswand bleiben. An ein paar Stellen ist er jedoch 2,50 Meter breit«, erklärte König. »Außerdem müssen fünf Meter Platz zwischen zwei gegenüberstehenden Fahrzeugen sein.« Wo diese Bedingungen erfüllt sind, soll das Gehwegparken offiziell erlaubt werden. Mit Klebemarkierungen, wie man sie aus Autobahnbaustellen kennt, werden diese Flächen gekennzeichnet.

Zu Pinsel und weißer Farbe will man bei der Stadt noch nicht greifen. Denn kommt es bei dem Versuch an bestimmten Stellen zu Problemen, könne man sofort reagieren. »Wir sind in der Lage, das ganz schnell wieder abzubauen und zu entfernen«, sagte König.

Kein Parken vor eigenem Hoftor

Durch den Versuch werden einige Parkplätze wegfallen. Als Ausgleich soll ab Herbst auf einem städtischen Grundstück in der Johannes-Heß-Straße ein zusätzlicher Parkplatz angelegt werden. Die Anwohner werden sich umstellen müssen. Denn damit der Versuch funktionieren kann, darf niemand außerhalb der gekennzeichneten Flächen sein Auto abstellen dürfen. Das Ordnungsamt soll dies verschärft kontrollieren. Auch das Parken vor dem eigenen Hoftor wird dann nicht mehr möglich sein. »Wenn wir dort einen offiziellen Parkplatz markieren würden, könnte sich dort jeder hinstellen und nicht nur der Eigentümer«, sagte König. Zumal es ihm lieber wäre, wenn sich nicht vor die Tore gestellt, sondern diese geöffnet und das Fahrzeug durch sie hindurch bewegt würde: »Ein Problem ist auch, dass viele ihre Autos nicht in den Hof stellen, auch wenn sie den Platz hätten.«

König: Straße ist falsch gebaut worden

Wie lange der Versuch dauern wird, lässt sich derzeit noch nicht sagen. »Man muss jetzt einen Beginn machen«, sagte der Bürgermeister. Er ist gegen ein rigoroses Park- und Halteverbot entlang der gesamten Hauptstraße. »Dann wäre verkehrstechnisch zwar alles gelöst, dann würde aber erst recht schnell gefahren.« Derzeit würden die abgestellten Fahrzeuge den Verkehr ausbremsen. Bei Geschwindigkeitsmessungen habe sich gezeigt, dass es an dieser Stelle keine höhere Zahl an Rasern als an anderen Messpunkten gäbe. Berichte von besonders vielen abgefahrenen Spiegeln ließen sich nicht belegen: Der Polizei seien in den letzten sechs Jahren nur drei Fälle gemeldet worden, sagte König. Er vermutet jedoch, dass sich die Betroffenen vermutlich im direkten Gespräch geeinigt hatten. Generell sieht er jedoch Versäumnisse, als die Hauptstraße einst saniert und teils 2,50 Meter breite Bürgersteige angelegt wurden: »Die Straße ist falsch gebaut worden.«

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