12. September 2018, 10:00 Uhr

Wider den Leerstand

In Laubach bis zu 10 000 Euro für die »Reanimation" eines Ladens

Ein neuer, freilich nicht der erste Versuch von Laubachs Politik, die Stadt attraktiv zu halten: Wer einen leerstehenden Laden "reanimiert," dem winken bis zu 10 000 Euro Zuschuss.
12. September 2018, 10:00 Uhr
Seit Monaten geht hier keiner mehr rein: Der mit großen Bürgerengagement 2015 eröffnete Lebensmittelladen am Laubacher Marktplatz, der einzige in der Altstadt, hat im Frühjahr wieder dichtgemacht. (Foto: tb)

Demoskopen, Städteplaner wissen darum. Das Bundesamt für Statistik nicht minder: Ein Riss geht durch Deutschland. Will meinen: Großstädte werden immer größer und jünger, Kleinstädte und Dörfer schrumpfen nicht nur, sie überaltern zugleich, die Jugend hält es nicht mehr. Nicht nur im Osten, auch in Teilen Hessens. Um als Wohnort attraktiv zu bleiben, ist heftiges Gegensteuern der Kommunen gefordert. Gerade auf dem Land, wo die Fixkosten für die Infrastruktur höher sind und bei sinkenden Einwohnerzahlen auf weniger Steuerzahler verteilt werden müssen.

 

27 Altbauten gefördert

 

Der Instrumente zum Gegensteuern sind viele. Einige – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg – wendet Laubach bereits an. Neu hinzukommen jetzt Zuschüsse für die »Wiederbelebung« eines verwaisten Geschäfts. Egal ob es sich um Einzelhandel, Gastronomie oder anderes Gewerbe handelt.

Gemäß dieser Initiative der Mehrheitsfraktionen Freie Wähler und CDU zahlt die Stadt künftig 20 Prozent der für die Neueröffnung notwendigen Investitionen, maximal jedoch 10 000 Euro. Überwiesen wird die Summe in vier Jahresraten. Der Hintergrund ist klar: Sofern der Gewerbetreibende vorzeitig den Laden wieder dichtmacht, wird Streit um die Rückzahlung vermieden.

Für die Bestätigung des Antrags durchs Plenum spricht das eindeutige Votum im Fachausschuss von sieben Ja- bei nur zwei Neinstimmen. Bedenken hatten die Genossen, aber nur was die Obergrenze des Zuschusses betrifft: 5000 Euro sollten reichen.

Das neue Instrument wider den Leerstand ist als Ergänzung der Förderung zu sehen, die Laubach für die Umwandlung lange leer stehender Geschäfte in Wohnraum gewährt. Einmalig zahlt die Stadtkasse 20 Prozent der Erwerbs- beziehungsweise Sanierungskosten, höchstens aber 5000 Euro. Ein Beschluss – gedacht für lang verwaiste Ladenlokale, für die keine »Reanimation« mehr zu erwarten ist –, der auch in der CDU umstritten war. Parteivorsitzender Siegbert Maikranz sah darin ein falsches Signal. »Engagierte Bürger«, so jetzt Fraktionschef Axel Düringer, seien an Union und Freie Wähler mit dem Vorschlag herangetreten, die Förderung auch zu gewähren, wenn die Räume wieder zu dem eigentlichen Zweck zurückgeführt würden. Um den »Investitionsanreiz« zu erhöhen, sollte die maximale Förderhöhe mit 10 000 Euro doppelt so hoch sein wie bei besagtem Wohnraumprogramm. Vor Jahresfrist beschlossen, hat dieses bislang kaum Resonanz gefunden. Bürgermeister Klug auf Nachfrage: »Es gab einige Gespräche mit Interessenten, doch nichts Verbindliches.«

Wesentlich erfolgreicher dagegen ist das Instrument »Altbauten-Zuschüsse«: Wer in Laubach ein Anwesen mit Baujahr 1950 und älter erwirbt, saniert, es selber nutzt oder vermietet, dem greift Laubach wiederum mit bis zu 5000 Euro unter die Arme. 2013 erfolgte die erste Auszahlung, bis zum Vorjahr wurden immerhin 18 Sanierungen und neun Ankäufe gefördert.

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