12. September 2018, 22:08 Uhr

»Ihr Fahrzeug wird nun geröntgt«

12. September 2018, 22:08 Uhr
Wer hat Verbotenes geladen? Ein Röntgenbild gibt Auskunft. (Foto: pm)

Von Dienstagmorgen bis Mittwochfrüh 4 Uhr haben Beamte von Zoll und Polizei auf den Autobahnen 45 und 5 im Kreis Gießen, Wetteraukreis und Lahn-Dill-Kreis Lkw, Transporter und Autos kontrolliert. Ziel war es, Straftäter, Schmuggelware und Schwarzgeld aufzuspüren sowie Temposünder zu reglementieren. Die Bilanz nach 20 Stunden Kontrolle: sieben eingeleitete Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, Fahren unter Drogeneinfluss, Urkundenfälschung und Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie 29 Ordnungswidrigkeiten (vor allem wegen Überladung und mangelnder Ladungssicherheit). Zudem waren fast 500 der gut 5500 kontrollierten Fahrzeuge zu schnell unterwegs.

Zum Einsatz kam bei der Kontrolle auch ein mobiler Röntgen-Lkw des Zolls. Davon gibt es nur drei in Deutschland. Sie können Fahrzeuge komplett durchleuchten und so gerade bei Lastern und Transportern einen Hinweis darauf geben, ob nur die in den Frachtpapieren angegebene Ladung transportiert wird oder weitere verbotene Gegenstände auf der Ladefläche zu finden sind. Diesmal wurden zwanzig Fahrzeuge durchleuchtet. »Ihr Fahrzeug wird nun geröntgt«, diesen Satz habe so manch einer wohl zum ersten Mal gehört, schrieb die Polizei in ihrer Pressemitteilung. Das erfreuliche Ergebnis diesmal: Schmuggelware war nicht dabei.

Dafür stellten die Beamten zahlreiche andere Delikte fest. Der kurioseste Fall: Ein mit 18 Tonnen Speiseeis beladener Lkw aus Russland, dessen Fahrer nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis war. Das Eis konnte – gut gekühlt bei der Hitze – seinen Weg erst fortsetzen, als ein Ersatzfahrer mit gültiger Fahrerlaubnis den Lkw übernahm.

Geschwindigkeitsverstöße können bei Lkw-Fahrern aufgrund der Aufzeichnungen der Kontrollsysteme und den maximal erlaubten 80 km/h innerhalb von Deutschland gut festgestellt werden. Mit 128km/h tat sich ein Fahrer bei der Kontrolle am Dienstag besonders negativ hervor. Ein anderer war 37 km/h zu schnell, obwohl er Gefahrgut transportierte.

Auch immer wieder ein Problem sind bei Lkw-Fahrern zu lange Lenkzeiten. Sogenannte Verstöße gegen die Sozialvorschriften kamen in acht Fällen ans Licht. Mit Überladung und mangelnder Ladungssicherung fielen fünf Lasterfahrer auf.

Auch bei den Auto-Durchsuchungen stellten die Beamten Auffälligkeiten fest: In drei Fällen fanden die insgesamt 100 eingesetzten Kontrolleure kleine Mengen Betäubungsmittel. Bei zwei Fahrzeugführern bestand der Verdacht, dass sie unter Drogeneinfluss standen. Sie mussten mit zur Blutkontrolle.

Bis spät in die Nacht hinein zogen die Beamten an den Anschlussstellen Reiskirchen und Langgöns Fahrzeuge zur Kontrolle aus dem Verkehr. Vor allem um potenzielle Straftäter festzustellen, die die Autobahn als Reiseweg durch Mittelhessen nutzen.

55 Fahrverbote

Die meisten Verstöße waren Geschwindigkeitsüberschreitungen. Rund 5500 Fahrzeug passierten in der 20-stündigen Kontrolle die eingerichtete mobile Geschwindigkeitsmessanlage. Fast 500 waren zu schnell unterwegs und müssen in den kommenden Tagen mit Post von der Bußgeldstelle rechnen. Bei 55 von ihnen müssen die Fahrzeuge dann erst einmal ruhen, ihnen wird ein Fahrverbot ausgesprochen. Zehn ausländische Fahrzeugführer mussten aufgrund der Messung und der folgenden Kontrolle eine sogenannte Sicherheitsleistung zahlen.

Trauriger Spitzenreiter bei den Geschwindigkeitskontrollen war ein Fahrer aus dem Lahn-Dill-Kreis, der statt der erlaubten 100 km/h mit 195 km/h unterwegs war.

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