21. August 2018, 21:01 Uhr

Hubbach darf naturnah fließen

21. August 2018, 21:01 Uhr

Der Hubbach ist vom Idealbild eines sich durch die Wiesen schlängelnden Bachs weit entfernt. Begradigt und mit steilen Ufern ist er im Bereich zwischen den »Drei Teichen« und der alten Bahntrasse nur auf die schnelle Entwässerung der Äcker und Wiesen ausgelegt. Die Stadt Hungen möchte den Hubbach mit Unterstützung des Landes Hessen nun wieder in ein naturnahes Gewässer nach der Wasserrahmenrichtlinie verwandeln. Dafür werden der Verlauf und die Uferbereiche auf einer Fläche von 14 Hektar verändert. Damit der Bach wieder kurvenreich fließen kann, werden Durchlässe und Flachwasserteiche ausgebaggert, Ufer abgeflacht und dem Bach die Möglichkeit gegeben, ufernahe Wiesen wieder zu überfluten. »Es geht los«, freute sich Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich am Dienstag bei der Vorstellung der Renaturierungsmaßnahme. Das Projekt koste etwa 550 000 Euro und werde aus Synergiemitteln des Landes Hessen bezahlt.

Heimat für Laubfrosch und Co.

Kreis-Umweltdezernentin Dr. Christiane Schmahl freut sich auf das Ergebnis der Maßnahme: die Auenlandschaften mit Horloff- und Wetterauen seien ein Arbeitsschwerpunkt. Bürgermeister Rainer Wengorsch stellte fest, dass dieses Projekt nicht nur für Hungen große Bedeutung habe: Die Umgebung rund um die »Drei Teiche« werde heute als Naherholungsgebiet von Spaziergängern, Wanderern und Sportlern geschätzt. Mit der Umsetzung der Baumaßnahme ist die Laubacher Bauunternehmung Kurt Böning beauftragt. Die Planung erfolgte durch die Firma Naturplanung, deren Geschäftsführer Dr. Heiko Sawitzki die Maßnahmen erläuterte. Begonnen habe man bereits 2009/2010, ein Förderungsantrag im Sinne des Synergieprogrammes habe die Stadt Hungen 2013 gestellt, sodass nach der Bewilligung der Gelder 2014 die Finanzierung durch das Regierungspräsidium Gießen gesichert war. Danach habe man mit einer intensiven Planung begonnen und sei jetzt in den Startlöchern.

Bei dem Gebiet handelt es sich um einen Auenraum, der nach dem »Schleifen« der Dämme wiederhergestellt werden soll, sodass die Durchgängigkeit für Kleintiere wieder gegeben ist. Das Vorkommen des Laubfrosches an dieser Stelle ist eines der bedeutendsten in Hessen. Diesem gilt das besondere Augenmerk. Außerdem gibt es bodenbrütende Vogelpaare und Libellen. Man hofft auch den Wiesenpieper und das Braunkehlchen wieder ansiedeln zu können.

Insgesamt werden ein Kilometer im oberen Teil und ein weiterer Kilometer im unteren Teil sehr naturnah zurückgebaut. Die oberen »Drei Teiche« werden von der Maßnahme nicht betroffen. Als Nebenaspekt entsteht ein Retentionsraum, der Hochwasser in Hungen zukünftig vermeiden beziehungsweise reduzieren wird. Der Hubbach transportiert das Oberflächenwasser, das westlich der Landesstraße L 3007 zwischen Hungen und Nonnenroth entsteht.

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