05. März 2019, 21:38 Uhr

Hotspot für Zug- und Wasservögel

05. März 2019, 21:38 Uhr

Grenzübergreifender Naturschutz – auf diesen Weg begibt sich der Landkreis Gießen. Gemeinsam mit den Landkreisen Wetterau und Main-Kinzig soll das Naturschutzprojekt »Auenverbund Wetterau« umgesetzt werden. Ganz konkret sind hier der Seenbach, die Wetter und die Horloff im Blick. Entlang dieser Gewässer findet man besonders reichhaltige Vorkommen an Pflanzen und Tieren. Dies gilt es zu erhalten und zu fördern.

Gemeinsam mit der Landwirtschaft

»Die Auen entlang der Flüsse stellen einen »Hotspot« für Zug- und Wasservögel dar und bieten Lebensraum für viele andere Tierarten – beispielsweise Biber und Laubfrosch sowie eine Vielzahl an Schmetterlingen, Wildbienen und anderen Insekten. Letztere wiederum sind Nahrung für die Vögel. Erhält man also artenreiches Grünland als Lebensraum für Insekten, ist dies in Konsequenz praktizierter Vogelschutz. Welche Bedeutung das Auengebiet hat, das belegen eindrucksvoll die Ornithologen aus ganz Europa, die an die Wetter und die Horloff kommen, berichtet die Erste Kreisbeigeordnete Dr. Christiane Schmahl (Grüne), in deren Verantwortung das Projekt beim Kreis Gießen liegt.

Der Ansatz: Gemeinsam mit der Landwirtschaft sollen Bewirtschaftungskonzepte erstellt werden, um den größtmöglichen Nutzen für die Artenvielfalt zu erzielen.

Neben dem Schutz des artenreichen Grünlandes ist die Renaturierung von Gewässern geplant. Auch wird überlegt, Tümpel anzulegen. Angestrebt wird eine enge Zusammenarbeit von ehrenamtlichem und hauptamtlichem Naturschutz, das Einbinden der Landschaftpflegeverbände und der Landwirte. Nicht zuletzt soll mit Führungen und Bildungsangeboten die Akzeptanz des Naturschutzes gesteigert werden.

Bislang gibt es nur eine Projektskizze; erste Gespräche mit den Kommunen, dem hessischen Umweltministerium und den ehrenamtlichen Naturschützern sind schon geführt.

Der Wetteraukreis kümmert sich bereits um die Frage der Finanzierung, hat eine Studie erstellt, die Fördermöglichkeiten aufzeigt. Gestützt wurde diese Studie mit Spenden der Sparkasse Wetterau und der Ovag.

Wie geht es weiter? Geplant sind als nächstes zwei öffentliche Info-Veranstaltungen, um weitere Ideen zu sammeln und vor allem, um Mitstreiter zu gewinnen.

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