17. Juli 2018, 22:17 Uhr

Heute ziehen alle an einem Strang

17. Juli 2018, 22:17 Uhr
In Hüttenberg wurde früher auch gerne Tauziehen veranstaltet. Heute ziehen Hochelheim und Hörnsheim an einem Strang.

50 Jahre ist es nun her, dass aus den beiden Orten Hochelheim und Hörnsheim die Gemeinde Hüttenberg entstand. Der Zusammenschluss war der sich anbahnenden Gebietsreform geschuldet – und auch wenn man zunächst auf die Idee kommen könnte, das Bild rechts würde aus einer der Besprechungen im Vorfeld stammen, so fand dieses Tauziehen der Gemeindevertreter an einem anderen Termin und aus Spaß statt.

Ein Spaß, der in Hüttenberg gerne erzählt wird, bezieht sich auf die Namensfindung der neuen Gemeinde: »Wir packen die beiden Namen einfach zusammen: Von uns kommt der vordere Teil und von euch die letzte Silbe.« Warum dies sich so nicht durchsetzen konnte, ist klar – und vermutlich auch eher ins Reich der Legenden einzuordnen als für bare Münze zu nehmen.

Keine Legende ist hingegen die Tatsache, dass mit der Namensgebung einst die Hoffnung verbunden war, die Orte entlang des Kleebachs langfristig zu einer Gemeinde zusammenzubringen. Denn der namensgebende Hüttenberg liegt auf Niederkleener Gemarkung. Er war einst eine Thingstätte, an der sich getroffen wurde, um Recht zu sprechen und Gesetze zu verabschieden. Die Hoffnung auf eine gemeinsame Gemeinde mit Ober- und Niederkleen zerschlug sich jedoch, als sich Niederkleen Langgöns anschloss. Die Gemeinde Hüttenberg tat sich einige Jahre später mit der Gemeinde Schwingbachtal zusammen.

Eigene Hymne und Wappentier

Der Zusammenschluss von Hochelheim und Hörnsheim war vorausschauend. Die damaligen Bürgermeister Hans Schmidt (Hörnsheim) und Anton Viehmann (Hochelheim wussten, dass zum einen die Gebietsreform kommen würde. Wenn man nicht im Vorfeld selbst handeln würde, könnte es passieren, dass man auf einmal mit Orten in einer Gemeinde landen würde, mit denen man nicht zusammengehen wollte. Außerdem waren die kleinen Rathäuser in jedem Ort teuer und unpraktisch geworden. Denn die Bürger bekamen hier nicht alle Genehmigungen, mussten nach Wetzlar fahren. Kein Wunder, dass sich 50 Jahre nach dem Zusammenschluss sagen lässt, dass Hüttenberg eine Er-folgsgeschichte geworden ist.

Mittlerweile hat Hüttenberg sogar ein eigenes Wappentier: Den Heuerbock mit Käsdappche. Dabei handelt es sich um einen Hahn (die genaue Übersetzung würde so viel wie »der gerne den Hühnern beiwohnt« heißen) mit Bockskörper und Käsefüßen. Der Käse steht dabei für das Hochelheimer Traditionsprodukt, der Hahn für den Hörnsheimer Dorfnamen »Heuerböcke«. Die Idee für das Tier hatte übrigens der Karnevalsverein.

Auch eine eigene Hymne kann Hüttenberg vorweisen. Andreas Haupt und Andreas Menger haben sie geschrieben. »Zwischen Wetzlar und Butzbach und Gießen, wo der Taunus die Wetterau küsst« lautet die erste Zeile des noch geheimen Werkes. Es wird offiziell beim Jubiläumsfest vorgestellt.

Am ersten Augustwochenende wird die Geburtsstunde der Gemeinde Hüttenberg gefeiert. Los geht es am Samstag, 4. August um 19 Uhr im Bürgerhaus mit einem »Abend der Erinnerung«. Die ehemalige Gemeindevertreterin Helga Zörb und Ehrenbürgermeister Hans Schmidt werden dabei einen historischen Rückblick geben. Herbert Ohly hat hingegen einige Anekdoten aus der Geschichte Hüttenbergs herausgesucht, die er zum Besten geben wird. An diesem Abend wird zudem das neue Hüttenberg-Lied vorgestellt und es wird eine weitere Premiere geben: Erst zum zweiten Mal in der langen Geschichte der Gesangvereine Eintracht Frohsinn werden diese zusammen auftreten. Der Kinderchor steuert auch seinen musikalischen Anteil zum Programm bei.

Die Erfolge der Handballer des TV Hüttenberg haben den Ort geeint. Umso mehr wird mit Spannung das historische Handballspiel am Sonntag, 5. August, um 12 Uhr in der Stadthalle erwartet. Denn dann heißt das Duell in historischen Trikots Hochelheim gegen Hörnsheim. Und das ist nicht nur reine Männersache: Auch ein weibliches Handballduell wird es geben. Die Aufstellungen der Teams sind derzeit eines der bestgehüteten Geheimnisse des Ortes.

Nachmittags wird es von den Landfrauen Kuchen aus dem Backhaus geben. Außerdem präsentieren sich die Ortsvereine an Ständen. Unter anderem werden Hasen, Hühner, Schafe sowie historische Traktoren und Motorräder zu sehen sein. Kutschfahrten mit dem Traktor sind ebenso wie Voltigiervorführungen des Reitvereins geplant. Auf der Bühne (ein transportables Modell wird von den Veranstaltern derzeit noch dringend gesucht) werden der weit über die Grenzen Hüttenbergs hinaus bekannte Handglockenchor, der Harmonika-Club, die Squaredancer sowie zwei Bands zu hören und zu sehen sein.

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