14. August 2018, 22:13 Uhr

Gut fürs Klima – gut fürs Lumdatal

14. August 2018, 22:13 Uhr

Wir waren die Ersten. Noch vor Grünberg, erst recht vor dem Ebsdorfergrund«, betont Peter Gefeller eingangs des Pressegesprächs im Londorfer Burggarten. Ein Blick ins Archiv zeigt: Recht hat er, der Staufenberger Bürgermeister. Gemeinsam mit den Amtskollegen Florian Langecker (Rabenau) und Thomas Benz (Allendorf/Lumda) wirbt er an diesem Morgen für die Teilnahme am »Autofreien Sonntag im Lumdatal«, dessen 18. Auflage am 26. August über die Bühne gehen wird.

Tatsächlich beschritten die Initiatoren – zumindest im Kreis Gießen – Neuland. Und sahen sich dabei, trotz der nur geringen Ausgaben der Kommunen, einiger Kritik ausgesetzt: »Das brauche mer hier net«, bekam etwa Rabenaus damaliger Bürgermeister Kurt Hillgärtner zu hören. Die Skepsis aber verstummte bald. Und auch wenn die Teilnehmerzahlen zuletzt etwas zurückgingen, genießen doch immer wieder einige Tausend den gesundheitsfördernden Spaß.

»Sitzknochenvermessung«

Wie Gefeller, nach Dienstjahren Elder Statesman in der Runde, unterstrich, ging und geht es den drei Kommunen auch um den Klimaschutz. Nicht zuletzt in diesen Zeiten, da »von oberster Stelle« die Folgen der menschgemachten Erderwärmung als Fake News bezeichnet werden, gelte es zu vermitteln: »Hallo, es geht auch mal ohne Auto.«

Diese klimafreundliche Alternative mal auszuprobieren, um eventuell daran festzuhalten, dafür bietet sich der 26. August an: Die Landesstraße 3146 zwischen Staufenberg (diesmal ist der Kreisel nahe »tegut« komplett gesperrt) und Kesselbach wird dann von 9 bis 18 Uhr für alle Kraftfahrzeuge tabu sein. Die drei Rathauschefs waren sich darin einig, dass diese Veranstaltung nicht minder eine gute touristische Werbung fürs Lumdatal sei. Unisono lobten sie das starke Engagement der Vereine, als – neben dem Wetter – wichtigste Voraussetzung fürs Gelingen.

Ein Blick in den Flyer liefert den Beweis, folgend eine Auswahl der Angebote und Aktionen: In Staufenberg umrahmt der Posaunenchor den Open-Air-Gottesdienst, in Mainzlar verköstigt der NABU Radler und Skater mit Bioprodukten, in der Treiser Straße (Einmündung zur L 3146) informiert die Feuerwehr über technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen und organisiert Wasserspiele für Kinder. Ebenso sind die Treiser Floriansjünger aktiv, laden zum »Tag der Feuerwehr« am Gerätehaus ein.

In Allendorf/Lumda kümmern sich unter anderem der Heimat- und Verkehrsverein sowie der TSV ums leibliche Wohl der Besucher. In Londorf richtet die Vereinsgemeinschaft das Parkfest im Burggarten aus, mit Kinderbespaßung und Livemusik. Ein hartes Wochenende für die Aktiven, haben sie doch am Abend zuvor schon an gleicher Stelle das Lichterfest gestemmt, mit Livemusik zweier Bands und Vorstellung des neuen Marktwächters. In der Kerngemeinde kann man sich am Sonntag auch sein Rad von der Polizei codieren lassen, beim »Rabenauer Kunstforum« im Alten Bahnhof oder in der Galerie Blaufelder in der Freigasse vorbeischauen. Auch in Londorf gibt es einen Freiluftgottesdienst, hier an der katholischen Kirche und inklusive anschließender Fahrradsegnung. Nicht zu vergessen ist der Info-Stand der Stadtwerke Gießen, der die Lose für die Tour der Hoffnung verkauft.

Bleibt noch Kesselbach als Endstation zu erwähnen: Hier lockt der TV am Sportplatz mit Kistenstapeln, Hüpfburg und Klettermobil. Und auch hier gibt es Erfrischungen sowie kulinarische Köstlichkeiten für die müden Pedalritter. Von denen hat sich vermutlich der eine oder andere auf dem Hinweg, in Höhe der Tankstelle Klein in Treis, eine kostenlose Sitzknochenvermessung angedeihen lassen. Insider kennen das, sprechen hier vom »Popometer«. (tb/Foto: Archiv)

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